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Palästina · 1934-10-01 · Heft 10 (Oktober 1934) · p. Seite 402

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 10 (Oktober 1934)
Article
Das Wohnungsbauproblem in Palästina
Date
1934-10-01
Page
Seite 402 (sequence 2)
Language
German
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4«Ö2 <*er Verkttndung «iwo» Höchstmieten-Gesetzes hat ihre Wirkung dadurch erheblich eingebüßt, daß es sich nicht auf Neubauten bezieht, so daß also der Neueinwanderer, der gern in einem Neubau wohnen will, tatsächlich den enourn aufgeblähten Mietfordemngen der Hausbesitzer entgegenkommen muß. Folgende Mietpreise wurden als Durchschnittspreis im Jahre 1934 genannt: a) in Tel-Aviv und Haifa. Die Wohnungspreise richten sich nach der Zahl der Zimmer innerhalb der Wohnung; 1. in zentraler Geschäftslage oder in schöner Villetnlage in der Nähe des Strandes, resp. in Hadar Hakarmel 2lJ2—3 pal. Pfund pro Zimmer, 2. zwischen Zentrum und Peripherie der Stadt 2—3 pal. Pfund pro Zimmer, 3. an der Peripherie 2—21/2 pal. Pfund pro Zimmer. Diese Preise sind um rund 30—50o/o höher als die Mietpreise in Tel-Aviv und Haifa vor drei Jahren. b) in Jerusalem. In Jerusalem war die Mietpreisbewegung in den letzten drei Jahren recht stabil gewesen. Die Preise für Zimmer in guten Wohnungen und in guter Lage bewegten sich um zwei pal, Pfund herum und liegen auch heute noch m dieser Höhe, obwohl gelegentlich für besonders schöne Wohnungen mehr gezahlt wird. Andererseits gibt es in Jerusalem eine Reihe vonVierteln in nicht allzu großer Entfernung vom Zentrum, in denen der Grundpreis für das Zimmer zwischen 1 und l1/* pal. Pfund liegt. c) in den Kolonien. In den Kolonien gibt es im allgemeinen eine geringere Wohnbau tätdgkedt als in den Städten. Die Preise bewegen sieh dort etwa auf der Höhe der Preise in Jerusalem, obwohl neuerdings auch dort sehr über den Wohinungsmangel geklagt wird. Versucht man Unterlagen für die Berechnung des voraussichtlichen Wohnungsbedarfs in nächster Zeit angesichts der enormen Bautätigkeit zu finden, so kommt man zunächst zu dem Ergebnis, daß trotz der ungeheuren Bautätigkeit der pro Kopf verfügbare Wohnraum sich keineswegs vergrößert hat, wie die nachfolgenden Ausführungen noch zeigen werden. Das Grundproblem bleibt somit, den Zusammenhang zwischen Einwanderung, natürlichiem Zuwachs und Wohnbedarf zu klären, wobei in erster Linie die folgenden Gesichtspunkte zu beachten aind: a) genügt die Baubewegung dem gegenwärtigen und weiterhin zu erwartenden Bedürfnis, b) wenn nicht, ist damit zu rechnen, daß die Bautätigkeit weiter anhält oder durch hohe Boden- und Baupreise abgeschwächt wird, c) welche Bestimmungsgründe sind für die hohen Mieten sowie die Boden- und Baupreise verantwortlich? d) welche Mittel können zur Förderung der Bautätigkeit und zur Regulierung anormaler Preisverhältnisse auf dem Bodenmarkt und im Bauwesen eingesetzt werden? B. Faktoren des Wohnb edarfes. Zunächst gilt es, sich einen Ueberblidk über den zu erwartenden Wohnbedarf zu beschaffen. Als Faktoren des zunehmenden Bedarfs an Wohnraum kommt vor allem folgende wichtige Ursachenreihe in Frage:

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