Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Das Wohnungsbauproblem in Palästina
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 401 (sequence 1)
- Language
- German
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Das Wohnungsbauproblem in Palästina 401 Von Dr. Alfred Bonne\ Vorb. d. Red.: Obzwar wir über diesen Gegenstand schon zwei Arbeiten veröffentlicht haben, geben wir angesichts der Wichtigkeit und Aktualität des Themas dieser umfangreichen Arbeit unseres geschätzten Mitarbeiters gerne Raum. Vorb. d. Verf.: Die nachfolgende Untersuchung wurde auf Initiative der Palestine Economic Corporation, New York angestellt. Sie versucht, einen Ueberblick über die Grundlagen der außerordentlichen Baubewegung in Palästina zu geben. Wegen des unzulänglichen Standes der Statistik des Bauwesens sind notwendigerweise manche Fragen nur kurz gestreift worden, insbeson-ders dort, wo kein oder kein ausreichendes Material zur Verfügung stand. Die allgemeinen Schlußfolgerungen werden jedoch in ihrer Giltigkeit kaum dadurch beeinflußt. A. Allgemeines. Die gegenwärtige Situation. Im Vergleich mit, anderen Ländern gleicher Größe und Einwohnerzahl zeigt Palästina seit einigen Jahren eine ganz außergewöhnlich starke Baubewegung1. Ein einziger Vergleich der Ziffern mit denen des Auslandes ist bereits instruktiv genug, um den exzeptionellen Charakter der Bautätigkeit in Palästina erkennen zu lassen. Die offiziellen Bauziffern, die zwar nicht den Umfang der /wirklich stattgefundenen Bautätigkeit,, sondern nur den der erteilten Baugenehmigungen angeben, zeigen seit drei Jahren ein enormes Ansteigen für das ganze Land und speziell für die beiden Küstenstädte, nachdem in den Jahren 1927 bis 1930 ein partieller Rückgang der Bautätigkeit stattgefunden hat. Bemerkenswert sind die Einzelheiten der offiziellen Baustatistik. Der gesamte Bauwert war vor einigen Jahren in Jerusalem am höchsten. Erst in den letzten Jahren haben die nächstgrößeren Städte Tel-Aviv und Haifa vermocht, den Vorsprung Jerusalems einzuholen. Die Zahl der Bauten in Tel-Aviv war jedoch ganz erheblich größer als in Jerusalem. Daraus ergibt sich ein erheblich geringerer Kostenaufwand pro Gebäude in Tel-Aviv und Haifa als in Jemsalem, wo allein die Verwendung von Stein bei der Mehrzahl der neugebautfcön Häuser eine Verteuerung der durchschnittlichen Baukosten pro Einheit mit sich bringt. Die Baubewegung ist in Tel-Aviv eine ausschließlich jüdische, in Haifa ist sie vorwiegend jüdisch,, während in Jerusalem der Anteil der nicht jüdischen Bauten nicht viel .geringer sein dürfte, als der der jüdischen. Die Bewegung der Mieten. Sedt nahezu zwei Jahren ist die früher sehr flaue Stimmung für Wohnungen speziell in Tel-Aviv und Haifa abgelöst worden durch eine anfangs noch relativ langsame, dann aber stürmische Nachfrage nach Wohnraum. Die Folge dieser Nachfrage, eine allgemeine Erhöhung der Wohnungsmieten auf oft bis 50 o/o der früheren Mieten hat zu Gegenmaßv nahmen und Protestbewegungeen geführt, denen indes bisher nur ein geringer» Erfolg beschieden war. Die an sich begrüßenswerte Initiative der Regierung in