Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 10 (Oktober 1934)
- Article
- Bewässerung - das Hauptproblem Palästinas
- Date
- 1934-10-01
- Page
- Seite 397 (sequence 5)
- Language
- German
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naturnotwendig dazu, das Grundwasser für Bewässerungszwecke zu nutzen, besonders als man durch die ersten, Bohrungen, die ursprünglich Trinkwasser^ zwecken dienten, zu erbohrten Wassermengen kam, deren Ergiebigkeit man überschätzt und als für Bewässerung geeignet und für lange Zeit, oder überhaupt, ausreichend erkannt haben wollte. Dazu kam noch besonders in den zionistischen Kolonien die stark gereifte Erkenntnis nach dem ausschlaggebenden Wert der Bewässerung für das gesamte Wirtsehaftsergebnis der -Siedlung und für deren Bestehen überhaupt. Einige „größere" Wasserfunde bestärkten die maßgebenden Faktoren im Glauben, die Lösung des Wasserproblems gefunden zu haben. Man stellte sogar ganz abenteuerliehe Theorien auf über die Unerschöpflichkeit der Reserven im Boden, die Jahrtausende alte Regen im Erdkörper gefanjgen halten und nur auf Anbohrung warten. Ich habe während meines Aufenthaltes im Lande erkannt, daß man auf falscher Fährte wandelt und versucht, diesen nebuloBen Auffassungen entgegen zu treten und auf die Gefahr hinzuweisen, welche ein planloses, zukunftsfrohes Anbohren der Terrains mit sich bringen kann. Die Senkungen in fast allen Bohrlöchern während der letzten 3—4 Jahre (manche sprechen von 5—6 Jahren) und ziemlich empfindliche und stets öfter auftretende Mißerfolge, haben den Vernünftigen bereits die Augen geöffnet und ihre Begeisterung für Bohlrungen, ein wenig abgekühlt, umsomehr, als mit den Senkungen auch bis zu 30 und 40 o/o geringere Ergiebigkeiten Hand in Hand gingen und eine Vermehrung des! Salzgehaltes des Wassers sich einstellte. Das Märchen über die großen Reserven war jedenfalls erschüttert, da sich eine merkwürdige Uebereinstimmung zwischen diesen Grundwassersenkungen und der gerade während dieser Periode eingetretenen Vermiriderung der Niederschläge konstatieren ließ, die auch dem Begeistertsten stutzig machen mußte und die alte Regel bestätigte, daß Grundwasserreserven nur beschränkter und lokaler Natur sind und durch das Prinzip des Ablaufes und Ueberlaufes und des steten Zirkulierens der Wassermengen auf der Erdoberfläche, der Grundwaisisetrvorrat der jährlich zur Verfügung steht, sei es als luftbedecktes Grundwasser oder als artesisches Druckwasser, immer nur eine Funktion der vorangegangenen Niederschläge im betreffenden Speiseterritorium darstellt. Hiebei möchte ich von vornherein feststellen, daß die Auffassung, daß Grundwasser insbesondere jedoch das artesische Wasser, nicht notgedrungen aus den Gegenden eines bestimmten oberflächlichen .Niederschlagsgebiets stammen muß, sondern in sehr weiter Entfernung seinen Ursprung (das „Speis egebiet") haben kann, daß wir also in Palästina sehr wohl Grundwasser aus Syrien, Kleinasien und wer weiß aus welchen entfernten Gegenden noch bekommen können, eine irrige ist. Eine solche Auffassung war zum Teil beim Beginne der Druckwasserbohrungen hie und da anzutreffen, hat jedoch im Laufe der Zeit, als die Natur des Grund- und artesischen Wassers genauer erforscht wurde, der richtigen Feststellung Platz machen müssen, daß im großen und ganzen sich das Unterwasserregime mit der Wasserscheide an der Oberfläche, innerhalb eines bestimmten, geologisch einheitlichen Gebietes deckt und nur bei ganz eigen-