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Palästina · 1934-08-01 · Heft 8-9 (August 1934) · p. Seite 354

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 8-9 (August 1934)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
Date
1934-08-01
Page
Seite 354 (sequence 11)
Language
German
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zeigte sich im Falle von Neß Zionah, daß die neugeschaffene arabische Arbeiterorganisation bald unter den Einfluß der moslemisch-christlichen Jagendvereinigung geriet und durch, sie ins Fahrwasser des Judenhassies gedrängt wurde. Allerdings scheiterte diese Freundschaft mit den arabischen nationalisti^ sehen Kreisen, nachdem es sich zeigte, daß sie gar nicht gewillt sind, in materieller Hinsicht etwas für die Arbeiter zu tun und die arabische Arbeiterschaft in Neß Zionah beschloß, sich von neuem mit der Histadruth in Verbindung zu setzen und alle arabischen Arbeiter im Lanjde aufzufordern, ihrem Beispiel nachzutun. Immerhin scheint diese Entwicklung darauf hinzuweisen, daß der Zeitpunkt gekommen ist, dem Problem der Organisierung der arabischen Landarbeiterschaft mehr Aufmerksamkeit zu widmen, ohne freilich der Frage zu präjudizieren, ob gemeinsame oder gesonderte Arbeiterorganisationen vorzuziehen wären. Es muß übrigens darauf hingewiesen werden, daß der Gedanke des Irgun Meschutaf überaus heftig sowohl seitens der arabischen nationalistischen Kreise, als auch seitens der jüdischen Kolonisten bekämpft wird. Seitens der Araber wird der Verdacht ausgesprochen, daß es sich in diesem Falle um einen weiteren taktischen Schritt der Juden handle, um die arabischen Arbeit ter aus den Arbeitspositionen in den Kolonien zu stoßen. Die Juden seien übrigens daran interessiert, den Gegensatz zwischen den einheimischen und den fremden arabischen Arbeitern zu vergrößern, um darlaus Nutzen für sich zu ziehen. — Was nun die Kolonisten betrifft, so warnen sie vor einer Aktion zur Hebung der Löhne der arabischen Arbeiter. Je höhere Löhne an die Araber gezahlt würden, desto mehr sinke die Möglichkeit, eine entsprechende Zahl von jüdischen Arbeitern zu beschäftigen, da dann keine Mittel hiefür zur Verfügung stehen würden. — Es fehlt übrigens während des Streiks der arabischen Arbeiter in Neß Zionah nicht an Versuchen, an deren Stelle jüdische Arbeiter anzustellen, was natürlich von diesen Arbeitern zurückgewiesen wurde. So dürfte nun die Frage des Irgun Meschutaf wiederum auf die Tagesord-* nung der Beratungen der Histadruth kommen und vielleicht auch zu erneuten praktischen Versuchen führen, die arabische Lohnarbeiterschaft in der oder jener Form um die Histadruth zu konzentrieren. Vom ernsten jüdischen Gesichtspunkte könnte gegen ein derartiges Vorhaben wohl kaum etwas eingewendet werden. Man mag sich zu dem Argument, daß eine gemeinsame jüdischarabische Arbeiterfront im Kampf gegen die ansteigende Welle der Reaktion von entscheidender Bedeutung werden könnte, je nach der eigenen politischem Anschauung stellen, wie man will, eins unterliegt aber keinem Zweifel: Dias nunmehr wiederum brennend gewordene Problem der jüdischen Lohnarbeit in den Kolonien wird viel von seiner Schärfe verlieren, wenn es gelingen sollte, die arabische Lohndrückerei zu beseitigen und den Zustrom von billigen arabischen Arbeitern aus den Nachbarländern vorzubeugen. Ohne Organisierung des! arabischen Arbeiters und Hebung seines Lebensstandards wird dieses Ziel kaum zu erreichen sein, nachdem es nun einmal feststeht, daß ein großer Teil der Kolonisten dem Argument jüdischer Arbeit aus nationalen Motiven schwer zugänglich ist. Anderseits darf auch der Gesichtspunkt einer jüdischarabischen Annäherung nicht aus den Augen gelassen werden, die nach wie vor eines der Hauptmittel zur Lösung des komplizierten nationalen Problems in Palästina bleibt. Die Eliminierung eines großen Teiles der arabischen Bevölkerung aus dem Bereich der nationalistischen Verhetzungspropaganda und

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