Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 353 (sequence 10)
- Language
- German
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Bedingungen zu erkämpfen, er stößt dabei auf heftigen Widerstand seitens dieser Arbeitgeber und auf die Konkurrenz seitens des eingewanderten Arabers und sein Verhältnis zu jenem gestaltet sich ähnlich zu dem früheren Verhält* nis zwischen ihm und dem jüdischen Arbeiter. Daraus ergeben sich nun Streikaktionen und das Bedürfnis nach einer Organisation und beides führt den arabischen Arbeiter in vielen Fällen zur Histadruth, als der stärksten Arbeiterorganisation des Landes. Tatsächlich sind denn in der letzten Zeit ziemlich viele: Streikaktionen der arabischen Arbeiter (in Benjamina, Petach Tikwah, Neß Zionah) vorgekommen, wobei die Histadruth hilfeleistend eingegriffen hat. Am} bedeutendsten war der Streik in Neß Zionah, wo 300 arabische Arbeiter die Arbeit einstellten, um einen Arbeitslohn von 17 Piaster und einen achtstündig gen Arbeitstag zu erzwingen. Der Streik, der 11 Tage dauerte und mit einem,' teil weisen Erfolg der Arbeiterschaft endete, hatte auch die Schaffung einer! arabischen Arbeiterorganisation zur Folge, die sich bereit erklärte, zusammen mit den jüdischen Arbeitern eine allgemeine palästinensische Arbeiter födra-i tion ins Leben zu rufen. Die Frage wurde somit auäs Nebe, und zwar sowohl jüdischerwie auch arabiseuerseits aufgerollt. Die offiziellen Instanzen der Histadruth verhalten sich allerdings sehr reserviert. Die Arbeiterräte in den in Betracht kommenden Kolonien wurden zwar beauftragt, den streikenden arabischen Arbeitern jede Hilfe zu gewähren* um einen günstigen Erfolg der Aktion zu siehern, darüber hinaus sollte jedoch! nichts unternommen werden. Es sei nicht die Aufgabe der Histadruth, den; Organisationsprozeß der arabischen Arbeiterschaft zu beschleunigen, mari müsse es dem arabischen Arbeiter überlassen, sein Schicksal allein zu bestimmen. Uebrigens sei der kulturelle Unterschied, wie auch der Unterschied, im Lebensniveau zwischen den beiden Gruppen der Arbeiter noch immer so; groß, daß eine gemeinsame leistungsfällige Organisation nicht im Bereich deil Möglichkeit liege. So sei es denn das Zweckmäßigste, den Dingen vorläufig freien Lauf zu lassen. Demgegenüber drangen die linken Poale Zion und der Haschomer Hazair mit der ganzen Entschiedenheit auf eine energische und positive Tätigkeit in» der Richtung des Irgun Meschutaf hin. Es wird zunächst der prinzipielle Gesichtspunkt in den Vordergrund gerückt, der angesichts der äußerst gespannten sozialen Gegensätze in Palästina sicherlich ziemlich aktuell klingt. Der reaktionären Verhetzung im Lande muß eine geeinigte Arbeiterfront entgegen-* gestellt werden, nur dies werde den endgültigen Sieg der Fortschrittsidee möglich machen. Es habe keinen Sinn, die Streiks der arabischen Arbeiter zu unterstützen und sie dann im Stiche zu lassen. Ein Streik könne auf die Dauer1 nur dann erfolgreich sein, wenn er zur Organisierung der Arbeiterschaft führe. Man könne sich auch nicht darauf verlassen, daß die arabischen Arbeiter von selbst den Weg zu einer gesunden Organisationsform finden würden;. Die spontane Entwicklung könne diese Arbeiter ebenso gut in die Arme der nationalistischen arabischen Verhetzungspropaganda, wie zu einer Klassenorganisation führen. Nur eine gemeinsame Organisation könne auch den arabi^-' sehen Arbeiter über den wahren Sinn des Kampfes für jüdisch© Arbeit aufklären, der nicht gegen den arabischen Arbeiter, sondern gegen das Profitf streben der Kolonisten und gegen Lohndrückerei gerichtet sei. Soweit die Argumente der Anhänger des Irgun Meschutaf. Die Entwicklung der Ereignisse in der letzten Zeit scheint ihnen Recht geben zu wollen. Es