Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 352 (sequence 9)
- Language
- German
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krieg innerhalb der jüdischen Bevölkerung müßte zu einer sofortigen Intervention der Mandatarmacht mit allen Folgen eines derartigen Eingreifens fuhren. Der Gedanke eines jüdischen nationalen Heims wäre dann sicherlich begraben. Nur eine Besinnung der Bevölkerung vermag derartige^ Konsequenzen vorzu-1 beugen. Glücklicherweise machen sich letztens manche Anzeichen eines der^ artigen Stimmungswechsels bemerkbar Die Tatsache, Haß sich gewisse Teile der jüdischen Bevölkerung des, Landes von dem Einfluß der arbeiterfeindlieheni Losungen zu befreien und das nationale Verantwortungsgefühl zu unterstrei'- ehen beginnen, bedeutet wohl den ersten Anstoß zu einer Besserung. Diie er-, neute Aktivität der Vereinigung der Nationalen Landwirte, die Spaltung inwer-1 halb des Misrachi, der bisher (von seinem Arbeiterflügel abgesehen)) am stärksten den Revisionisten sekundiert hatte und die inneren Wandlungen im Verband der Allgemeinen Zionisten in Palästina, dessen Organ eine Zeit lang in den Angriffen gegen die Histadruth den revisionistischen Blättern nicht nachstand und der nunmehr unter dem immer stärker werdenden Einfluß der' ehemals deutschen Zionisten seine Taktik zu ändern beginnt, all dies weist au$ eine gewisse. Entspannung in der Situation hin. Die Isolierung der Revisionisten, die an und für sich in Palästina bedeutungslos sind, und sich lediglich cturchT ihre Propaganda und ihre .Methoden Platz zu verschaffen wußten, wird wohl innerhalb einer kurzen Zeitspanne eine Gesundung der Verhältnisse zur Folge haben. Im Interesse des jüdischen SiiedlungsWerkes in Palästina ist eine derartige Entwicklung sicherlich herbeizusehnen. (Wie gemeldet wird, haben die Revisionisten selbst die Initiative zu einer Konferenz mit der Histadruth ergriffen. — Die Red.) 3. Noichmals die Frage des Irgmi Meschutaf. Der Gedanke von gemeinsamen jüdisch-arabischen Arbeiterorganisationen ist schon ziemlich alt, er reicht bis auf die ersten Nachkriegs jähre zurück, wo exr in der jüdischen Arbeiterpresse sehr ausführlich (darunter auch in einer bedeutsamen Schrift von Chaim Arlosoroff) behandelt worden ist, Es handelte sich dabei nicht bloß um Theorie. Von allem Anfang an bestand eine ziemlich starke gemeinsame Organisation der Bahn-, Post- und Telegraphenarbeiter, die eine rege Tätigkeit entwickelte und sogar eine Anerkennung durch diie Regierungsbehörden zu erzwingen verstand]. Es wurden auch Versuche gemacht, einen gemeinsamen jüdisch-arabischen Klub in Haifa ins Leben zu rufen, arabische Streikaktionen wurden unterstützt und zur Organisierung von arabischen Arbeitern ausgenützt (besonders bekannt ist der Streik in der Zermentfabrik „Nesher" bei Haifa). Und doch blieben fast alle diese Versuche ohne Erfolg. Die theoretische Ablehnung des Gedankens des Irgun Meschutaf (Vereinigte Organisation) mußte auch ein Desinteressement für die praktische Tätigkeit auf diesem Gebiete zur Folge haben. Im Lauf der letzten Jahre trat die Frage ganz in den Hintergrund zurück,, wiewohl es an Versuchen (insbesondere seitens der linken Poale Zion und des Haschorner Hazair) nicht fehlte, sie wieder auf die Tagesordnung der verschiedensten Konferenzen zu stellen. Daß gerade die letzten Monate eine Wandlung diesbezüglich gebracht haben, hat seinen Grund zunächst in der gegenwärtigen Konjunkturperiode, die einerseits den Lebensstandard auch des arabischen Lohnarbeiters hob, anderseits, den Gegensatz zwischen ihm und den von auswärts eingewanderten viel billig <geren arabischen Arbeitern verstärkte. Der einheimische arabische Arbeiter versucht es, sowohl bei arabischen, wie auch bei jüdischen Arbeitgebern bessere