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Palästina · 1934-08-01 · Heft 8-9 (August 1934) · p. Seite 351

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 8-9 (August 1934)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
Date
1934-08-01
Page
Seite 351 (sequence 8)
Language
German
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anstoß zu einer derartigen Taktik ist von den Revisionisten ausgegangen, die, wenngleich, sie in Palästina mit der in der Histadruth organisierten Arbeiterschaft zahlenmäßig gar nicht zu vergleichen sind, es doch verstanden haben, durch einen rücksichtslosen Kampf, nicht bloß der Histadruth! immer wieder in den Rücken zu fallen, sondern auch alle anderen ihr feindlichen Elemente} im Lande um sich zu konzentrieren. Es begann mit organisierter Streikbrecherei, «dann folgte die Schaffung einer eigenen „nationalen" Arbeiterorganisation, Sie, wenngleich zahlenmäßig wenig bedeutend (die weitaus überwiegende Majorität der neuen Arbeiter-Einwanderer fließt auch heute der Histadruth zu) auf Schritt und Tritt der Histadruth Schaden zuzufügen versucht und zu diesem Zweck vielfach von den Unternehmern (insbesondere in den Kolonien) ausgenützt wird, bis der Kampf auf der ganzen Front entbrannt ist und bereits heute die öffentliche Ruhe im Lande ernst bedroht. Zusammenstöße zwischen Arbeitern, die der Histadruth anjgehören und Revisionisten sind heute auf der Tagesordnung, es hjerrscht eine schwüle Stimmung, die in mancher Beziehung an die revolutionären Ereignisse in vielen europäischen Ländern aus der letz-» ten Zeit erinnert. Daß die Revisionisten entschlossen sind, das Vorbild derartiger Ereignisse auch in Palästina nachzuahmen, und mit Gewaltmethoden die Geschlossenheit der Histadruth zu brechen, unterliegt keinem Zweifel. Sie selbst machen ja kein Hehl daraus, suchen vielmehr den Charakter ihrer Bewegung selbst in äußerlichen Merkmalen (braune Hemden, Abzeichen u. dgl.) zu unterstreichen. Anders sieht es innerhalb der Histadruth aus, die es bisher immer wieder und mit der größten Anstrengung versucht hat, den aufbauenden zionistischen Charakter der Bewegung zu wahren und sich nicht auf den Weg eines sozialen Entscheidungskampfes drängen zu lassen, der ihr angesichts ihrer großen Stärke zwar sicherlich den Sieg, gleichzeitig aber den Untergang des jüdischen 3iedlungswerkes in Palästina mit sich zu bringen geeignet wäre. Diejenigen Elemente innerhalb der Histadruth, die mit Rücksicht auf die europäischen Vorbilder zu einem entschlossenen Auftreten drängen (es handelt sich dabei* in der Hauptsache um die Mitglieder der linken Poale Zion und des Haschomer Hazair, aber auch zum großen Teile innerhalb der jüdischen Arbeiterpartei Palästinas) sind bisher in der Minorität geblieben. Die Mehrheit in der Histadruth und mit ihr fast alle leitenden Personen und Instanzen haben sich gegen die Gewaltmethoden ausgesprochen und warnen die Arbeiterschaft immer wieder davor, sich durch die Revisionisten provozieren zu lassen. Vereinzelte Fälle von Gewaltanwendung seitens der Arbeiterschaft, die nichtsdestoweniger von Zeit zu Zeit vorkommen und in der äußerst angestrengten, Atmosphäre des Landes ziemlich erklärlich sind, werden von den Führern der Histadruth ausnahmslos verdammt. Man geht hier noch immer von der Voraussetzung aus, daß der Weg des positiven aufbauenden und gleichzeitig auch aufklärenden Tätigkeit der einzige jLst, um dem -revisionistischen Angriff ein) Ende zu machen und die Bevölkerung um die Arbeiterschaft zu konzentrieren. Wie gesagt, sind die Folgen einer weiteren Zuspitzung der Gegensätze gar werden. Die Situation im Lande hat sich in den letzten Monaten infolge des Stavsky-Prozesses noch mehr kompliziert Die Aufregungen und inneren Kämpfe, die es im Gefolge hatte, sind bekannt. Wie gesagt, sind die Folgen einer weiteren Spannung der Gegensätze gar nicht abzusehen. Palästina ist ja kein freies Land und ein eventueller Bürger-

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