Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 350 (sequence 7)
- Language
- German
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Priuzipsaehe igemacht [hat, andererseits hieißt es dem Arbeitermangel abzuhelfen, der auf die Dauer jeden Kampf um jüdische Arbeit in den Kolonien fast illusorisch machen muß. Es handelt sich! also nicht nur um eine innerjüdische, sondern auch um eine außenpolitische zionistische Angelegenheit. In diesem Sinne ist Kfar Saba sicherlich eines der schärfsten Wahrzeichen des gegenwärtigen jüdisichen Geschehens im Lande. 2. Vor einem sozialen Entsteheidungskampf in Palästina? Die scharfe Spannung der sozialen Gegensätze, dije seit Monaten auf dem jüdischen Gemeinwesen in Palästina lastet und immer bedrohlichere Formen anzunehmen beginnt, steht nur jjx eijnem losen Zusammenhang mit der Konjunktur* periode im Wirtschaftsleben des Landes. Die Zahl der Streiks und der Aussperrungen ist letztens allerdings gestiegen, doch ist s^e, an dem gewaltigen* Tempo der wirtsdhaftlichen Entwicklung gemessen, noch immer nicht besonders groß. Es fällt in dieser Beziehung der Vergleich mit dem arabischen Wirtschaftsleben des Landes auf, das doch an Intensivität hinter dem Leben der Juden bedeutend zurücksteht. So gab es im Jahr 1933 bei den Arabern acht Streiks mit 1004 Arbeitern und 14.404 verlorenen Arbeitstagen, während bei den Juden in derselben Zeit 44 mal mit 1804 Arbeitern und 14.290 verloreneni Arbeitstagen gestreikt wurde. Die Zahl der Streiks war also im jüdischen Wirtschaftsleben zwar viel größer, doch sinkt benesits die Proporz bedeutend bei der Zahl der Arbeiter (die jüdischen Streiks betrafen also hauptsächlich kleinere Unternehmungen) und an Arbeitstagen haben die Juden sogar weniger« weniger verloren, ein Beweis also, wie weit man sich da bemüht, die Arbeitskonflikte rasch zu erledigen und deren schädliche Folgen auf ein Minimum zu reduzieren. Diese Tendenz ist in der Hauptsache der Einstellung der Histadruth zu verdanken, die trotz mancher Meinungsverschiedenheiten im Innern der Organisation konsequent darauf ausgeht, die sozialen Reibungen zu verringern: und die Autorität der nationalen Organe im Lande bei Erledigung der Streitfälle anzuerkennen, selbst wenn deren Entscheidung (wie z. B. beim letzten* Bauarbeiterstreik in Haifa) zu Ungunsten der Arbeiterschaft ausfällt. Dieser Tendenz sind auch, die mit den Stimmen der Arbeitervertreter auf der letzten Session des zionistischen Aktionskomitees angenommenen Beschlüsse über nationale Arbitrage (wie übrigens auch über Sabbatruhe und rituelle Küchein)5 zu verdanken, die sicherlich geeignet sind, den sich aus dem normalen Wirtsichaftsjeben ergebenden Konflikten ihre Schärfe zu nehmen. Nicht aus dem Wirtschaftsleben erwächst somit der Albdruck der sozialen Gegensätze im Lande. Er hat seine unmittelbare Ursache in den inneren Zuständen in der zionistischen Bewegung und ist durch den allgemeinen Gang der sozialen Entwicklung in der Welt vielfach kompliziert worden. Die Arbeiterschaft hat sich sowohl in der zionistischen Bewegung, als auch im jüdisehen Gesellschaftsleben des Landes durch ihre jalirzehnteiange konstruktive Tätigr keit eine bedeutende Position erworben, die schließlich auf beiden Gebieten auch ihren organisatorischen Ausdruck gefunden hat: Eine Arbeitermajorität in der Zionistischen Exekutive und im Waad Leumi. Daß diese Tatsache die arbeiterfeindlichen Elemente zur Gegenaktion mobilisieren wird, war von vornherein anzunehmen, niemand konnte es jedoch ahnen, daß diese Gegenaktion der-» artige agressive, oft gegen die lebenswichtigsten zionistischen Interessen gerichtete Form annehmen wird, wie dies tatsächlich! der Fajl ist. Der Haupt-