Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 349 (sequence 6)
- Language
- German
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Prinzip jüdischer Arbeit isoliert geblieben, wenn man «etwa die Revisionisten bei Seite läßt, die in den ersten Tagen den Kampf in Kfar Saba;a*ich mitgeH maciht, sich dann aber infolge ihrer Gegnerschaft gegen die Histadruth zurückn gezogen haben. Doch vermag diese ziemlich einheitliche Stellungnahme seitens der jüdischen öffentlichen Meinung, wie wichtig sie auch vom prinzipiellen Standpunkt aus sein mag, praktisch nur wenig an der Tatsache der teil weisen (in gewissen Kolonien auch vollständigen) Eliminierung jüdischer Lohnarbeit zu rütteln, solange die Front der Kolonistenvereinigung geschlossen bleibt. Dies ist nun heute nicht mehr der Fall. Derjenige Teil der Kolonisten, die seit jeher auf dem Boden jüdischer Lohnarbeit steht (es handelt sich in der Hauptsache um die Kolonien der Saronebene, zum Teil auch Galiläa) und früher jn einer/ selbständigen Vereinigung der Nationalen Landwirte" organisiert war, ist letztens im Zusammenhang mit den Ereignissen in Kfar Saba wiederum zur selbr ständigen Tätigkeit übergegangen. Nach längeren Verhandlungen wurde am 12. Juli d. J. zwischen diesen Kolonisten und der Histadruth ein Vertrag unterzeichnet, der die am meisten komplizierten Fragen der jüdischen Lohnarbeit in den Kolonien regelt. Die Histadruth verpflichtete sich, den auf dem Prinzip reiner jüdischer Arbeit basierenden Kolonien eine entsprechende Zahl von Arbeitern zur Verfügung zu stellen, die zwar in der Hauptsache aus den Reihen der neuen Einwanderer mobilisiert, aber gleichzeitig durch eine gewisse Zahl von alten, erfahrenen Arbeitern ergänzt werden sollen, um richtig instruiert und in die Arbeitsatmosphäre des Landes hereingeführt werden zu können. Dafür verpflichtet sich die Vereinigung der nationalen Landwirte sämtliche nicht unbedingt notwendigen Bauarbeiten in den Kolonien bis auf eine Zeit zurückzustellen, wo das Bedürfnis nach Arbeitshänden nicht mehr so dringend fühlbar sein wird. Gleichzeitig soll in jeder Kolonie durch eine gemeinr same Kommission von Kolonisten und Arbeitern das Leistungsminimum des Arbeiters festgestellt werden, das als Grundlage der Lohnberechnung dienen1, soll. Es wird auch eine Minimalfrist von zwei Monaten statuiert, die der Arbeiter durcharbeiten muß, nachdem er nach Abiauf einer Probezeit definitiv angestellt worden ist. Dieser Vertrag, der allerdings von einem Teil der Arbeiterschaft (in der Hauptsache vom Haschomer Hazair) wegen Festsetzung eines Leistungsminimums scharf bekämpft wird, bedeutet sicherlich ein wichtiges Ereignis im Kampf um die jüdische Lohnarbeit in den Kolonien. Seine Auswirkungen hängen immerhin in der Hauptsache davon ab, wie weit es der Vereinigung der •nationalen Landwirte, die gegenwärtig eine Minorität innerhalb des Kolonistenverbandes ausmacht, gelingen wird, die Tendenzen zur Ausschaltung oder Beschränkung der jüdischen Lohnarbeit zu paralysieren, was angesichts der scharf zugespitzten sozialen Gegensätze im Lande keine leichte Aufgabe bedeutet. Es mag übrigens im Zusammenhang damit auch die Tatsache erwähnt werden, daß die Vereinigung der nationalen Landwirte auch gegen die frühest erwähnte Stellungnahme des allgemeinen Kolonistenverbandes in der Einwanderungsfrage aufgetreten ist und durdh eine spezielle Delegation den High-Commissioner dringend um eine Vergrößerunjg der Zahl der Arbeiter-Zertifikate ersucht hat.;S!o *wie .die Dinge gegenwärtig stehen, muß der Kampf sicherlich auf zwei Fronten1 geführt iwerden. Es muß einerseits di© Politik des allgemeinen Kolonistenverbandes gekämpft werden, der die arabische Lohn'arbeit sogar zu einer