Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 348 (sequence 5)
- Language
- German
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- Haifa 2× ep/1047930
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haben. Jüdischer Besitz ahne jüdische Arbeit bedeutet eine neue Auflage des Galuthlebens. Darüber hinaus sind aber neue Argumente hinzugekommen, die sich aus der gegenwärtigen Situation im Lande ergeben. Erstens die Gefahr des Hinübergreifens arabischer Lohnarbeit auch in die Städte, die durch den Arbieiftermangel noch vergrößert wird. Tatsächlich arbeiten schon heute ca. 1500 arabische Lohnarbeiter bei den jüdischen Bauarbeiten in den drei Städten Tel-Aviv, Haifa und Jerusalem, darüber hinaus sind einig Hundert Araber als Lastträger in den Städten tätig und selbst in der sonst ziemlich strenge am Prinzip jüdiischer Arbeit festhaltenden jüdischen Industrie zeigen sich hie und da bedenkliche Risse. Es ist nun augenscheinlich, daß, je mehr die arabische Lohnarbeit in den Kolonien um sich greift, desto mehr auch die Stadt durch! sie bedroht wird. Es handelt sich aber nicht bloß um die Gefahr (arabischer Lohnarbeit, sondern auch um die im Zusammenhang damit stehende viel größere Gefahr einer arabischen Einwanderung na,eh Palästina. Der Arbeitermangel in Palästina ist nicht bloß auf den jüdischen Wirtschaftssektor beschränkt geblie*- ben. Immer schwerer wird es, selbst einheimische arabische Arbeiter anzustellen und so strömen denn nach Palästina, durch die großem Arbefemöglichkeiten herangelockt, Tausende von arabischen Lohnarbeitern aus den Nachbarländern (in der Hauptsache aus dem Haiuran.) ins Land, ohne sich viel um die Einwanderungsbeschränkungen der Regierung zu kümmern, die gar nicht im, Stande ist, eine derartige, durch die weiten Ostgrenzen des Landes kommende* Einwanderung zu kontrollieren. Die Zahl dieser arabischen Lohnarbeiter aus <lem Hauran beträgt bereits gegenwärtig viele Tausende (in Petach Tikwah allein 1400, in Haifa an 2000, in Tel-Aviv 278 auf die Gesamtzahl von 357 arabischen Arbeitern in der Stadt), wobei noch zu bemerken ist, daß diese Araber letztens mit Kind und Kegel nach Palästina hereinkommen, also als dauernde Einwanderer in Betracht gezogen werden müssen. Wie weit eine der- -artige Erscheinung den Gedanken des Aufbaues einer jüdischen nationalen Heimat in Palästina gefährdet, erhellt wohl von selbst. Als ein weiteres durch die Arbeiterschaft (und nicht bloß durch sie) betontes Argument mag die Tatsache erwähnt wejrden, daß die jüdische Lohnvarbeit die Fassungskraft der Kolonien bedeutelnd stärkt, weil sie ja auch vielen anderen Juden Verdienstmöglichkeiten verschafft, indes die Araber das von ihnen verdiente Geld ausnahmslos hinwegschaffen. Der durch die Exekutive der jüdischen Agency angeführte Vergleich zwischen der in der Hauptsache auf arabischer Lohnarbeit basierenden Kolonie Neß Zionah, wo außer den Kolonisten kaum 1500 jüdische Arbeiter Unterkunft finden (auch Handel und Handwerk befinden sich dort in arabischen Händen) und der viel kleineren JColonie Kfar Saba, die 2400 Juden Existenz bietet, veranschaulicht dies ganz klar. (Siehe darüber Rubrik „Landwirtschaft und Kolonisation".) Daß die Produktivität der jüdischen Lohnarbeit in den Kolonien letztens gefallen ist, wird auch von den Arbeitern zugegeben, die sich denn auch immer wieder bereit erklären, auf Verhandlungen einzugehen, um diesem Uebelstand, abzuhelfen. Doch wurden bisher diese Vorschläge von den Kolonisten unter verschiedensten Ausflüchten immer wieder zurückgewiesen. Wie erwähnt, hat sich die überwiegende Mehrheit der jüdischen Bevölkerung Palästinas und wohl auch der jüdischen öffentlichen Meinung in der Welt, so weit sie sich mit Palästina-Fragen beschäftigt, in dieser Frage auf die Seite der Arbeiterschaft gestellt. Die Kolonistenvereinigung ist in ihrem Kampf gegen das