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Palästina · 1934-08-01 · Heft 8-9 (August 1934) · p. Seite 346

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 8-9 (August 1934)
Article
Arbeiterbewegung. Von Dr. A.T.
Date
1934-08-01
Page
Seite 346 (sequence 3)
Language
German
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346 JLau^e ^er letzten, paar Jahre versechsfacht (von 30.000 Dunam im Jahre 1925 auf ca.. 130.000 im gegenwärtigen Augenblick) und bloß in den letzten zwei Jahren ist sie auf das doppelte gestiegen. Die Grünide dieser geradezu als tragisch zu bezeichnenden Tatsache sind ziemlich! klar": die Hauptmasse der Arbeiterschaft ist in die Städte abgeflossen und hat dort im Bauwesen und in der sich rasch entwickelnden Industrie Unterkunft gefunden, wo das Lohn** niveau viel höher als in der Landwirtschaft und auch die sonstigen Bedingungen viel besser sind. Der Arbeitermangel marcht sich somit in den Kolonien viel schwerer fühlbar als in der Stadt, er stellt wohl eines der Hauptprobleme der jüdischen Landwirtschaft in Palästina im gegenwärtigen Augenblick dar. Und doch wäre es falsch, das, was gegenwärtig in Kfar Saba vorkommt,, einzig und allein auf diese Tatsache zurückzuführen. Macht ja die Arbeiterschaft in Erkenntnis der eminenten nationalen Bedeutung der Positionen im Dorfe, verzweifelte Bemühungen, auch hier Arbeitskräfte zur Verfügung zu stellen. Sämtliche neuen Arbeitereinwanderer werden zunächst ins Dorf gebracht, man ist letztens selbst dazu übergangen, von ihnen noch vor ihreij Alijah eine schriftliche Verpflichtung zu verlangen, daß sie mindestens eilt Jahr der Lohnarbeit in der Kolonie widmen würden und von der Erfüllung dieser Pflicht wird die Hilfe der Organisation abhängig gemacht. Außerdem haben fast alle Kibbuzim und viele sonstige Arbeitersiedlungen einen Teil ihrer Mitglieder (darunter viele alte und erfahrene Arbeiter) zur Lohnarbeit in den, Kolonien mobilisiert, selbst die Jugend wird während der Ferienzeit für diesq Arbeit in Anspruch genommen. So wäre es trotz aller Schwierigkeiten dock möglich gewesen, den Bedarf an Arbeitern in den Kolonien in einem größeren; Ausmaß zu decken, als es gegenwärtig geschieht. Wenn dies nicht der Fall ist und wenn die Zahl der arabischen Lohnarbeiter in den letzten Jahren wiederum gewaltig gestiegen ist, so daß gegenwärtig mehr als die Hälfte des jüdischen Orangenbodens (über 70.000 Dunam) bloß durch Araber bearbeitet wird und bloß anf 22.000 Dunam das Prinzip ausschließlicher jüdischer Arbeit herrscht, so ist dies somit noch anderen Umständen zuzuschreiben. Der jüdische Kolonist beschäftigt auch heute den arabischen Lohnarbeiter nicht nur deswegen, weil er keinen jüdischen; findet, sondern weil er k e i n le n jüdischen Arbeiter beschäftigen will. Für dieses Vorgehen werden in der Hauptsache drei Gründe angeführt: Erstens dürfe man die arabische Lohnarbeit nicht boykottieren, zweitens sei die jüdische Arbeit zu teuer und drittens sei; sie zu wenig produktiv. Versuchen wir es, etwas näher auf die einzelnen Argumente einzugehen und sie auf ihre Stichhaltigkeit hin zu prüfen. Die Beschäftigung von arabischen Lohnarbeitern wird von, den Führern des Kolonistenverbandes geradezu als ein nationales Postulat proklamiert. Boykott arabischer Lohnarbeit seitens der Juden werde die ohnehin scharf zugespitzten nationalen Gegensätze noch steigern und arabische Repressivmaßregeln zur Folge haben. Nur das Prinzip gemischter Arbeit könne somit die Ruhe im Lande und den ungestörten Fortgang des jüdischen Kolonisationswerkes sichern. Nun ist es klar, daß es sich hier um eine falsche Argumentation handelt. Die arabische Propaganda richtet sich ja nicht bloß gegen das Prinzip jüdischer Arbeit, sie bekämpft mit der gleichen oder noch stärkeren Vehemenz die jüdischen Bodenkäufe, die jüdische Einwanderung u .dgl. Wollte man also der Logik des Kclonistenverbandes folgen, so müßte man mit demselben Rechte auch die jüdischen Boden-

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