Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Mietgesetz, Baubewegung, Baukosten
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 333 (sequence 9)
- Language
- German
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der nächsten Zeit unter ihren gegenwärtigen Stand sinken wird. Von allen 333 interessierten Kreisen wird erneut die Frage geprüft, ob nicht diese Abschwächüng schon eingetreten sei. Tatsächlich scheint nach Aufhören der Bauarbeiten für die Messe eine kleine Besdhäftigungslosigkeit, besonders bei Spezialarbeitern eingetreten zu sein, da die Großzahl der beim Bau der Messe Beschäftigten nicht sofort untergebracht werden konnten. Ob diese Enschleinung nur vorübergehend sei oder für längere Zei;t anhalten wird, ist in? erster Reihe von der Höhe der Einwanderung und der damit bedingten Wolinungsnachfrage abhängig. Die oben angefahrte Statistik der Baubewegung in Tel-Aviv hat gezeigt, daß in dem Jahre 1933 im Monatsdurchschnitt 900 Zimmer allein in Tel-Aviv gebaut wurden; wird hierzu noch die Zimmerzahl der jüdischen Bauten in Jaffa sowie der Bauten in den Vororten hinzugezählt, so kommen1 wir auf 1100 Neuzimmer pro Monat. Wenn nur mit einer durchschnittlichen Bewohnerzahl von zwei Köpfen pro Zimmer gerechnet wird, tatsächlich ist heute mit fast 3 Personen pro Zimmer zu rechnen, so bedeutet das, daß in dem oben angeführten Bezirk monatlich 2200 neue Wohinungsuchenide auftreten müssen, um die Baubewegung in Tel-Aviv und Hinterland auf der bisherigen Höhe zu halten. Daher müßte allein in Tel-Aviv im Jahre 1934 ein Zuzug von ca. 26.000 Personen haben, eine Zahl, die nach der gegenwärtigen Sachlage kaum erreicht) werden dürfte. Der Ausgleich für diese verminderte Wohnungsna,chfrage im Bezirk von Tel-Aviv kann auf die folgende Weise erreicht werden: a) Verstärkung der öffentlichen Bautätigkeit, wie Straßenbau in den neuen) Vierteil, Straßenreparaturen, Kanalisation und öffentliche Gebäude (Habini al\, Stadtverwaltung, Schulen, Krankenhaus etc.)*) b) Verstärkung der Bautätigkeit in Haifa und Jerusalem als natürliche Folge des steigenden Interesses der Neueinwanderer für diese beiden Städte. c) Steigerung der Bautätigkeit in dien Kolonien durch Bau von Arbeiterhäusern, Wohn- und Nutzbauten für Neukolonisation, Orangenpackhäuser, Straßenbau in den Kolonien etc., Bauvorhaben, die sich eigentlich aus der Sachlage, der Dinge ergeben müßten. Die stärkere Beschäftigung von Juden in Bauten der öffentlichen Hand sowie in nicht jüdischen Bauten, wofür vor allem in Jerusalem Möglichkeiten gegeben sind, wird hiefür auch von Bedeutung sein, : Neben der schwächeren Nachfrage für Woh!nbauten kann auf die Baubewegung — speziell in Tel-Aviv — die unwirtschaftliche Höhe der Grundstückpreise sehr nachteilige Folgen haben. Hier könnte nur durfch gtejsetzliche Eingriffe, sei es durch die Regierung, sei es duijch die Stadtverwaltung, in beschränktem Umfang Abhilfe gesfehaffen werden. Hierzu gehören erhöhte Steuern für leerstehende Grundstücke in Vierteln, bei denJen s;chon mehr alsr 50 o/o der zur Verfügung stehenden Fläche bebaut sind, progressive Steigerung der Uebertragsgebüliren bei mehrmaligem Besitzweehsel desselben Grund-i Stückes, Senkung der bebaubaren Fläche in stark (ausgedehnten Bezirken von von 40 auf 35o/0 etc. *) Außerdem ist auch zu berücksichtigen, daß die Wohndichte pro Zimmeri im Verlauf des letzten Jahres stark gestiegen ist, so daß auch hier noch' ein} ungedeckter Bedarf an Wohnräumen vorhanden ist.