Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 8-9 (August 1934)
- Article
- Mietgesetz, Baubewegung, Baukosten
- Date
- 1934-08-01
- Page
- Seite 332 (sequence 8)
- Language
- German
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332 Einnahmen: 3 Stockwerke ä 6 Zimmer ä 2,25 pal. Pfd. ergibt eine Monatsmiete von 40,500 pal. Pfd., Jahresmiete davon gehen ab f. Steuern u. Reparaturen zwei Monatsmieten 486,000 81,000 Bleibt pal. Pfd. 405,000 Für Europa wird bei normalen Wohnbauten mit einer Amortisationsdauer von mindestens fünfzig Jahren gerechnet und es ist mit Rücksicht auf diese» lange Amortisationszeit und der Tatsache, daß gewöhnlich im Verlauf von dreißig Jahnen ein Grundstück in normaler Lage seinen Wert verdoppelt, nicht üblich, Amortisationsraten bei Häuserbilanzen einzusetzen. Im übrigen wäre auch diese Rate mit Rücksicht auf die lange Amortisationsdauer und den Zins- und Zinseszinsenertrag des amortisierten Kapitals ©ehr gering. In Palästina muß wahrscheinlich) mit einer geringeren Lebensdauer deir Häuser gerechnet werden. Auf der anderen Seite geht jedoch die Wertsteigerung des Bodens in einem so raschen Tempo und in solchem Umfang vor sich, daß auch bei dieser Rechnung die Amortisationsquote unberücksichtigt bleiben kann. Zusammenfassend ergibt sich also, daß bei Beispiel 1 ein jährlicher Zinsertrag von 600 pal. Pfd. einer Gesamtinvestition von 6635 pal. Pfd. gegenübersteht, was einer Verzinsung von 9 o/o entspricht. Bei Beispiel 2 stehen 405 pal. Pfund Mietseinnahmen zur Verzinsung von 4400 pal. Pfd. zur Verfügung, was 9,2 o/o Zinsrate ergibt. Bei dieser Rechnung muß noch berücksichtigt werden, daß Neubauten in den ersten drei Jahren keine Steuern zu zahlen; haben, und daß auch die Aufwendungen für Reparaturen in dieser Zeit so geringfügig sind, daß beim Beispiel 1 eigentlich 360 pal. Pfd. und beim Beispiel 2 243 pal. Pfd. zusätzlich zur Verfügung stehen. Die Verzinsung der Wohnbauten kann also auch bei strenger Durchführung ■des Mietegesetzes als angemessen betrachtet werden. Stehen nicht nur Wohn-, sondern auch gewerbliche Räume zur Verfügung, so ist die Verzinsung erheblich besser, da hierbei der Mieterschutz wegfällt. Die reinen Baukosten pro Quadratmeter siud ungefähr gegenüber dem Firühjalir 1932 um 35—40o/0 gestiegen. Die Gesamtbaukosten infolge der Höhe der Migraschim um ca. 50o/o. Demgegenüber ist jedoch auch festzustellen, daß die Mietseinnahmen im Durchschnitt je nach der Qualifikation der Wohnungsgebiete gleichfalls um 50 o/o gestiegen sind, so daß auch bei dieser Rechnung eine Verminderung der Rentabilität nicht festzustellen ist, und "Sementsprechend auch von hier aus, keine Ursache für ein Abschwächen der Baubewe.gung gesehen werden kann. Die angeführte Rechnung ist auf eine Baufinanzierung mit eigenen Mitteln aufgebaut. Bei Aufnahme von Hypotheken, die in Höhe des Bauwertes bei einer Verzinsung von 71/2—9 o/o heute in den großen Städten mühelos erhältlich sind, ergibt sich noch eine weitere Verbesserung 'der Einnahmen. VI. Wenn also von der Seite der Rentabilität her eine Gefährdung des Bau* marktes nicht zu befürchten ist, so muß auf der anderen Seite geprüft werden, ob nicht aus Gründen der schwächeren Nachfrage die Baubewegung in