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Palästina · 1934-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1934) · p. Seite 275

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1934)
Article
Wirtschaft. Von a. b.
Date
1934-06-01
Page
Seite 275 (sequence 6)
Language
German
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nicht nur eine übermäßig große ist, sondern sich; noch' ständig vergrößert. Gerade beim Gemüsebau, der ja heute einen so guten Markt hat^ zeigt es sich, daß erstens die Juden keine vorschauende städtische Bodenpolitik bei Tel- Aviv getrieben haben, um sich in der Nähe der Stadt für intensive Landwirtschaft Flächen zu sichern, andererseits, daß sie mit den Arabern nicht konkurrieren könneni, da diese einen so viel niedrigeren Lebensstandard haben als sie selbst. Jedenfajls ist aber in der Frage der Weiterausdehnung der agrarischen Kolonisation die Bedeutung der nationalen Fonds nicht zu verkennen. Wenn diese Kolonisation in den nächsten Jahren wahrscheinlich wieder hauptsächlich Pionierwerk in neu zu erschließenden Gebieten (Beisan, Hule, Jordantal Negew) sein wird, so ist ein solches ohne Mitwirkung der. nationalen Fonds nicht mögjiich, was insbesondere auch für ein etwaiges Eindringen nach Transjordanien gilt. Gewisse neue Agrarmöglichkeiten hat man in der Ausdehnung der 0 b s t - baumzucht erkannt. In manchen Kolonien (z. B. in Miischmar Ha Emek) wird diese mit Erfolg betrieben, die Versuchsstationen des Landes haben gute Arbeit in bezug auf Forschung geleistet; die Anlage von Kfar Etzion wird, in richtiger Erkenntnis der Bedeutung des Hügellandes für die Kolonisation, namentlich durch Obstbau, ein großer Schritt vorwärts in dieser Richtung sein. Hier im Hügelland liegen überhaupt noch viel Reserven für spätere Kolonisation der Juden und für Verbesserung der Wirtschaften der Fellachen. (Siehe darüber den Artikel von Agr. Josef Weiz „Kolonisation im Bergland", Jahrgang 1931, S. 173). Die jüdischen Instanzen, überhäuft mit schweren Problemen vielfältigster Art, sind wenig befaßt mit den Fragen der arabischen Wirtschaft. Es ist aber eine oft wiederholte Binsenwahrheit, daß eine Hebung des Wohlstandes und damit der Kaufkraft der hunderttausend Fellachenfamilien des Landes politisch und ökonomisch im eminentesten Interesse der jüdischen Wirtschaft läge. Wie wenig das erkannt wird, geht aus den fortwährenden Klagen über die Nachlässe von Agrarsteuern an die Fellachen hervor. Diese Klagen werden zwar begründet mit dem Hinweis, daß die Regierung den) Juden nicht einmal Frei jähre für Ptonierkolonisation gewährt, aber man übersieht, daß jene „Nachlässe" in Wirklichkeit keine Begünstigungen sind, da die Fellachen nach 3—4 Jahren Trockenheit gar nicht in der Lage wären, diese Steuern zu bezahlen. Diese Nachlässe sind einfach Streichungen wegen Uneinbringlichkeit. Man muß anerkennen, daß der jetzige Hochkommissär bestrebt ist, zur Hebung der Fellachen mehr zu tun, als seine Vorgänger. (Ueber diese Materie siehe den Artikel „Fellachen, Regierung und Juden" von A. Böhm, Jahrg. 1932, S. 245.) Immerhin geht die Regierung noch immer viel zu zögernd an diese? Fragen heran und begnügt sich nebst Steuerstreichungen und kleiinen Darw lehen meist mit agrartechniseher Hilfe. Die von Strickland inaugurierten arabischen Kooperativgründungen gehen sehr langsam von statten und damit sind die Ansätze zu der wichtigsten Aktion, die nötig wäre, um das Los der Fellachen zu erleichtern: der Entschuldung, noch sehr gering. Ebenso spärlich sind die Fortschritte im Dorfschulwesen. Wir finden im Bericht des Erziehungsdepartments, daß im Schuljahr 1932/33 die Dorfschulen von 14.700 mohammedanischen Kindern besucht waren, gegenüber 13.652 im Jahre 1930/31, eine Erhöhung von rund 1000 Schülern oder ca. T^o/o. Da in letzterem Jahre vier Fünftel der Dorfkinder keinen Schulunterricht genossen, so hat sich an diesem

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