Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Wirtschaft. Von a. b.
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 273 (sequence 4)
- Language
- German
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als Rechnungsbasis nimmt. Für Palästina kommen nur die Preise bis an Bord in Betracht. Immerhin war der Verdienst ein guter, denn wenn man roh gerechnet, nach den vorliegenden Nachrichten annimmt, daß von Juden 23/4 Millionen Kisten versendet und durchschnittlich 2 Shilling per Kiste „am Baum" verdient worden wären, so ergäbe das einen Gewinn von über ein Viertel Million Pfund, wozu noch die Verdienste für Packung, Transport usw. kommem Es ist also eine gute Marge vorhanden. Die Zunahme der Ernte für die nächste Saison wird auf eine Million Kisten geschätzt. Es ist dies gewiß ein starkes Plus, aber es ist nach allem, was für Verbesserungen und für Ausdehnung des' Marktes getan wird, anzunehmen, daß auch die nächste Saison befriedigend, verlaufen wird. Allerdings wird von Jahr zu Jahr durch die übermäßige Ausdehnung der Pflanzungen die Situation immer schwieriger werden, und es ist daher begreiflich, daß ein Fachmann wie Smilansky dringend davor warnt, auch heuer wieder große Flächen in Pflanzung zu nehmen. Was die Industrie betrifft, so liegen, mit Ausnahme von einigen Großunternehmungen, keinerlei Nachrichten über Rentabilität vor, da es sich um Privatbetriebe handelt. Jedenfalls zeigt die starke Expansion der Industrie, daß' es ihr vorläufig gut geht, was nicht wundernehmen kann, da sie fast ausschließlich für den heimischen Konsum arbeitet, der infolge des Massenzustromes ein sehr bedeutender ist. Bei einer Produktionskapazität von über fünf Millionen Pfund werden nur um etwa 0,3 bis 0,4 Millionen Pfund Produkte exportiert) (ca. 7o/o). Die Industrie klagt zwar, daß die hohen Arbeitslöhne ihr den Export erschweren, aber an der großen Zahl von Neugründungen (in der Haifa-Bay hat der KKL. allein bisher an 60 noch zu errichtende Fabriken Boden verpachtet), ist zu ersehen, daß es noch ein weites Feld für die Atisdehnung der Industrie gibt, ist ja die Einwanderung noch, immer stark und betrug im Jahre 1933 der Import von Fabrikaten fast sechs Millionen Pfund. Allerdings setzt sich dieser Import aus zahllosen Positionen zusammen. Der Bedarf in vielen Artikeln ist in Palästina viel zu klein, um einen Betrieb zu alimentieren, bei anderen z. B. verschiedenen Webwaren, ist einle Konkurrenz mit europäischen und japanischen Riesenbetrieben, die auch spezialisiert sind, ausgeschlossen. Daß die Industrie vor allem für den direkten Konsum arbeitet, geht auch aus ihrer (in diesem Heft abgedruckten) Gliederung hervor: Bau-, Bekleidungs-, Nahrungsmittel, Holz-, Papierindustrie etc. bilden den Hauptan)teil. Die Produktionsmittelindustrie ist noch sehr wenig entwickelt. Ob die Messe, deren glänzender Verlauf vor allem in dem guten Absatz, den die auisstellenSden Firmen der Importländer gefunden haben, bestand, auch der palästinensischen Industrie zusätzliche Exportaufträge gebracht hat, ist noch nicht bekannt. Es ist aber schon deshalb nicht anzunehmen, da ja diese Industrie vorläufig nur in sehr wenig Artikeln in der Lage ist, über Deckung des heimischen Bedarfes oder? eines Teiles desselben, für den Export zu arbeiten/. Das Beispiel von „Nescher", dessen Export so gut wie aufgehört hat, seit die Baukonjunktur rapid wuchs, so daß sich sogar wieder ein Importbedarf £n Zement spürbar machte, zeigt, daß ein Auibaustadium nicht gerade eine Epoche eines großen Fabrikatenexportes ist. Diese an sich gesunde Belieferung, vornehmlich des heimischen Marktes, und vor allem des direkten Konsums, trägt natürlich auch die Gefahr in; sich, daß bei einem Rückschlag die Industrie, die Baumaterialfabriken voran, stark betroffen werden könnte. Noch größer ist aber das Risiko, das in den über-