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Palästina · 1934-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1934) · p. Seite 272

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1934)
Article
Wirtschaft. Von a. b.
Date
1934-06-01
Page
Seite 272 (sequence 3)
Language
German
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gedeckt wird, solange er durch Kapitalzustrom bezahlt wird; da aus außerökonomischen Gründen ein Abbruch des Kapitalzustroms nicht zu erwarten ist, so ist die aus einem solchen drohende Gefahr vorläufig nicht zu belüirchten. Natürlich aber ist der sukzessive Ersatz des Importes durch wachsende Landesproduktion ein Gebot gesunder Wirtschaftspolitik. Die Grundfrage für die Beurteilung der Aussichten der jüdischen Wirtschaft ist vielmehr gegenwärtig die der Rentabilität. Sie ist nicht deshalb so ausschlaggebend, weil von der Rentabilität die Kapitalsbildung abhängt und von dieser etwa das Ausmaß neuer Produktionsmöglichkeit. Denn bekanntlich ist derzeit so viel zugeströmtes auf Verwertung wartendes Kapital vorhanden, daß das Land in keiner Weise auf die interne Kapitalsbildung angewiesen ist. Sondern die Rentabilität ist hier nur um ihrer selbst willen wichtig, d. h. von ih!r hängt es ab, ob die vorhandenen Unternehmungen weiter bestehen und immer neue gegründet werden können, oder ob mangels Rentabilität der Unternehmungen ein Rückschlag erfolgen wird. Wenn diese Frage fast nie erörtert wird, so ist der Grund dafür der, daß die Konjunktur Palästinas bekanntlich eine Aufbaukonjunktur ist, die noch gar nicht in des Stadium der Stabilität hineingewachsen ist. Als solche ist sie oft mit der russischen verglichen worden (keine Arbeitslosigkeit, keine primäre Wichtigkeit der Rentabilitätsfrage usw.). Aber dieser Vergleich ist nicht zutreffend. In Sowjetrußland wird mangelnde Rentabilität und mangelnde Kapitalsbildung kompensiert durch den Druck auf die Lebenshaltung der Massen, diesen wird die Deckung für Unrentabilität und Investitionskapital zwangsweise vom Munde abgespart. Ein gleiches kann in Palästina nicht geschehen. Die drei wichtigsten jüdischen Produktionszweige, Landwirtschaft, Industrie, Bauwesen, haben aller Wahrscheinlichkeit nach bis jetzt in bezug auf Rentabilität gut abgeschnitten. In der Landwirtschaft haben die guten Preise für die wichtigsten Qualitätsprodukte der gemischten Wirtschaft (deren Absatz Milch, Eier, Geflügel, Tafeltrauben etc. — wegen ihrer relativ zum Konsum geringen Menge sicher ist) sich wohltätig fühlbar gemacht. (Die Misere der galiläisehen Kolonien ist nicht von heute und hat ihren Grund in dem Vorwiegen der Falch'a.) Die Zitrussaison ist nach vorübergehender Preisdepression in summa eine gute gewesen und dies ist von sehr großer Bedeutung für die jüdische Wirt-; schaft. Nur darf man dies nicht überschätzen, wie es heute allgemein geschieht. Man vergißt nämlich, wenn man auf die 15.000 jüdischen Arbeiter in der Zitruszone und auf den Geldstrom, der durch den Früchteexport ins Land kommt, hinweist, daß derzeit nur ein Bruchteil der Zitrusfront in der Kampfzone steht. 1933/34 sind die Früchte von vielleicht 60.000 Dunam zum Export gelangt, von diesen waren etwa die Hälfte jüdische Pflanzungen. Daß bei einem Preisrückgang, d. h. bei einem schlechten Ausfall der Saison ,1933/34 die noch in Kultur stehenden, noch nicht fruchtreifen Gärten (man rechnet heute mit 120.000 Dunam jüdischen und 100.000 arabischen Pardessim) nicht weiter bearbeitet worden wären, ist auf keinen Fall anzunehmen, so daß wahrscheinlich durch) einen solchen Preisrückgang nur ein heilsamer Einfluß gegen die unHinterbroebene Vermehrung der Pflanzungen (man spricht von der Vorbereitung von 30.000 Dunam in diesem Frühjahr) ausgeübt worden wäre, aber vorläufig hätte sich an dem bestehenden Zustand nichts geändert. Man überschätzt auch die Geldmenge, um die es sich handelt, weil man die in England erzielten Preise)

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