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Palästina · 1934-06-01 · Heft 6-7 (Juni 1934) · p. Seite 269

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 6-7 (Juni 1934)
Article
Politik. Von Spectator.
Date
1934-06-01
Page
Seite 269 (sequence 4)
Language
German
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Araber und für die Wiederansiedlung der dislozierten Araber verwendet werden soll, während auch nicht ein Bruchteil davon für spezifisch) jüdische Zwecke bestimmt sind. Die Erbitterung des Jischuw kam zum Ausdruck in einem am 23. Mai abgehaltenen Proteststreik der Juden. Sieben Stunden lang ruhte alle jüdische Arbeit, der gesamte Verkehr und das Geschäftsleben. Es ist zum ersten Male, daß Juden zu diesem Mittel greifen, denn früher gab es politische Proteststreiks nur von Seiten der Araber. Dieses Ereignis also brachte weithin sichtbar zum Ausdruck, daß wir mit einer neuen politischen Konstellation zu rechnen haben. Daß es anläßlich des Streiks schließlich! zu1 Zusammenstoßen mit der Polizei kam, war vorauszusehen. Gibt es doch im Jischuw Elemente, die das größte Interesse daran haben, Unruhe: zu erzeugen, und sich naiverweise davon einen Erfolg versprechen. Es liegt auf der Hand, daß nicht ein solcher Erfolg zu erwarten ist, sondern aus der nun geschaffenen Lage sich Konsequenzen ergeben können, die eine immer weitere Verschärfung zur Folge haben. Damit wäre zwar allen gedient, die im Kampf einen Selbstzweck sehen, nicht aber der Sache des Aufbaues, die nur in einer Atmosphäre der Ruhe und des Wohlwollens gedeiht. Man kann leicht beobachten, daß hier die ganze Außenpolitik der Jewish Agency von manchen zu einem Element der innerpolitischen Auseinandersetzung gemacht wird. Auf der einen Seite will man durch die Aufstapelung, außenpolitischer Leidenschaften den innerpolitischen Gegner treffen und die Exekutive zu Fall bringen. Auf der anderen Seite scheint die Exekutive und die Arbeiterschaft der Verlockung immer mehr zu erliegen, sich selbst der populären antienglischen Schlagworte zu überlassen. In diesem innerpolitischen Hexenkessel gibt es auch so manche Anomalie. So ist z. B. die von Masche Smilansky geführte kleine, aber sehr mächtige Gruppe der Pflanzer zwar eine Anhängerin der Kooperation mit England und besitzt sogar maßgebenden Einfluß bei der Regierung, aber durch ihre arbeiterfeindliche Haltung ist sie indirekt eine Stütze des ganz andere politische Prinzipien vertretenden Revisionismus. Eine einheitliche Haltung des Jischuw herbeizuführen, scheint heute schwieriger denn je. Und dabei sind die politischen Hauptprobleme Palästinas noch völlig ungelöst. Die arabische Nationalbewegung verlangt immer mehr nach Berücksichtigung und nach Durchführung der jetzt im Gange befind' liehen Munizipal-Wahlen wird die Frage einer Volksvertretung wieder auf die Tagesordnung kommen. Es scheint außer Zweifel, daß der gegenwärtige High Commissioner die Absicht hat, diese Frage einer Lösung zuzuführen. Bisher ist es nicht gelungen, in diese Pläne einen jüdischen Gesichtspunkt einzubauen. In der letzten Zeit haben zahlreiche Gerüchte die Welt durchschwirrt, betreffend einer angeblich geplanten Vereinigung von Palästina und Transjordanienj unter der Herrschaft des Emir Abdullah, des Bruders des verstorbenen König Feisal von Irak. Abdullah fährt Anfang Juni nach London. Alle Beteiligten haben die erwähnten Gerüchte dementiert, aber bekanntlich kann man sich auf solche Dementis nicht unbedingt verlassen. Die große Machtsteigerung des Sultans Ibn Saud durch den im Gange befindlichen Krieg ist für seinen Nachbarn Abdullah zweifellos eine Bedrohung. Darum liegt der Gedanke nahe, auch dessen Macht zu verstärken. Araber und Juden widersprechen dem Plan auf das entschiedenste, und es mag sein, daß es sich bei den Gerüchten nur um einen Versuchsballon gehandelt hat. Immerhin ist auch: die Lage in Trans-

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