Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Die Rentabilität des Hausbaues in Palästina
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 254 (sequence 3)
- Language
- German
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in Wettbewerb treten zu können; fernerhin, was ja leicht eintreten könnte, um durch ein später, auch auf das entstehende Haus, ausgedehntes Gesetz nicht in der Aufstellung der Rentabilitätsberechnung allzu irrtümliche Voraussetzungen zu Grunde gelegt zu haben. Der Gestehungspreis für ein Haus setzt sich aus zwei Grundfaktaren zusammen : Dem Bodenpreis und den reinen Baukosten, letztere setzen sich wieder zusammen aus Baustoffkosten und Löhnen. Diese drei Hauptfaktoren teilen sich etwa wie folgt auf: 300/0 für Boden, 35o/o für Baustoffe, 25o/o für Löhne. Auf den ersten Blick fällt jedem der hohe Hundertteil für den Preis des Bodens auf. In europäischen Städten rechnet man durchschnittlich mit einem Anteil der Bodenpreise an den Kosten des Hausbaues von 17 0/0 in mittelguten Wohngegenden. Nun sind ja die palästinensischen Verhältnisse nicht ohne weiteres mit den europäischen vergleichbar. Während überall ein genügender Bodenvorrat herrscht, ist hier das Angebot beschränkt und auch der Nachfrage nicht gewachsen. Die Städte sind in ihrer Ausdehnungsmöglichkeit und in ihren Bodenreserven beeinträchtigt: einmal weil erhebliche Schwierigkeiten im Erwerb arabischen Bodenbesitzes bestehen, des weiteren auch durch ihre geographische Lage: Der Ausdehnung Haifas ist durch das Karmelgebirge, der Tel-Avivs durch das angrenzende Jaffa (arabisch) und Sarona (deutsch-christliche KoloH nie) eine gewisse Begrenzung geboten. Hierdurch, wie auch durch das Bestreben vieler neuer Einwanderer und vor allem der Touristen, die erst später die Absicht haben, nach Palästina zu übersiedeln, sich aber bereits jetzt eüjn Stück Boden sichern, sind die Preise in unnatürlicher Weise in die Höhe geschnellt. Es ist zu erwarten, daß durch das neue Gesetz die Bodenpreise sich senken werden. Geringe Anzeichen machen sich jetzt schon bemerkbar. Es sei hier als Beispiel ein Gelände genannt, das etwa kostete: Preis pro Pic (0,5745 m2) etwa pal. Pfund: Man sieht das gewaltige Ansteigen bei Beginn der großen Einwanderung, das ständige Höhergehen bis zum April 1934, von wo ab sich die Auswirkung des Gesetzes bemerkbar macht. Die Baukosten werden sich vorerst nicht wesentlich senken. Zur Zeit ist die Bauindustrie gut beschäftigt. Es liegen auch weiterhin genügend Bauvorhaben bereit, so daß weder mit einer Preissenkung von Baumaterialien, noch von Löhnen in nächster Zeit gerechnet werden kann. Setzt man nun die zur Zeit (Mai 1934) gezahlten Bau- und Geländepreise ein, so ergibt sich etwa folgende Rentabilitätsberechnung: Februar 1933 April—August 1933 August—Dezember 1933 Dezember 1933—April 1934 Mai 1934 (nach Mietgesetz) 0,750 1,200 1,400 1,500 1,450