Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 6-7 (Juni 1934)
- Article
- Die Rentabilität des Hausbaues in Palästina
- Date
- 1934-06-01
- Page
- Seite 255 (sequence 4)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 90% known words query
- IRI
…/2379786-2379916-2379921-2400983--17667-2401255- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Kosten und Rentabilität für ein dreistöckiges Wohnhaus. 255 Geländekosten : pal. Pfd. Erforderlieh s,ind »etwa 1000 Pic (rund 600 m2), Kosten l^iefür zirka 1500.—* (Zur Bebauung zugelassen sind etwa 240 m2) Die Kosten für ein derartiges Gebäude, 240 m2, 3 Stock hoch betragen etwa 4500.— (Man rechnet zur Zeit mit 6 pal. Pfund pro Etage und m2 in Tel- Aviv und Haifa.) Gesamte Baukosten (Gelände und Boden) rund: 6000.— Bei günstigster Grundrißausnutzung können auf einer derartigen Fläche errichtet werden: Mieteinnahmen: 6 Dreizinimerwohnungen und 3 Vierzimmerwohnungen. Rechnet man etwa — dem Geländepreis entsprechend — eine mittelgute Wohngegend, so können an Mieten erzielt werden: pal. Pfd. Für die Dreizimmerwohnungen 2,250 Pfd. pro Monat und Zimmer <L h. im Jahr rundl 486.— Für die Vierzimmerwohnungen 2000 Pfund pro Monat und Zimmer, d. h. im Jahr rund 288.— d. h. Gesamtmieteinnahmen im Jahre rund 774.— hievon gehen ab für Steuern, Verwaltung, Reparatur und Unkosten etwa 15o/o, rund 115.— so daß an Reineinnahmen bleiben etwa: 670.— Im Verhältnis zum investierten Kapital entspricht dies einer rund llo/0igen Kapitalsverzinsung. Eine derartige Rente kann mit anderen gleich sicheren Anlagemöglichkeiten wie dem Hausbau verglichen, durchaus noch als günstig bezeichnet werden. Auch die anderen Zinssätze des Grundstückmarktes: Pfandbriefe mit etwa 61/4o/oiger tatsächlicher Rendite und Hypotheken mit 7—9o/oiger Verzinsung sind kaum verändert und weiterhin hoch zu nennen. Es sind daher bisher keine wirtschaftlich ungünstigen Auswirkungen dieses. Gesetzes, wie Einschränkung der Kapitalsjmvestierung im Wohnungsbau fesitzu-» stellen. Dies ist umso wichtiger, da hier nicht wie überall in Europa staatliche oder städtische Förderungsmittel für die Errichtung von billigen Wohnräumen] zur Verfügung gestellt werden oder zu erwarten wären und die Gefahr, die Privatinitiative zu hemmen, vermieden werden mußte. Eine weitere Kapitalinvestierung besteht in der Hergabe von Hypotheken auf 3—6 Jahre mit einer Verzinsung von 6—9o/o. Schließlich findet sich hier eine in Deutschland nicht übliche Form der Investierung von Geldern in Grundstücksbesitz, indem man die Wohnungen verkauft. Die Bezahlung erfolgt in monatlichen Raten auf die Dauer von etwa zehn Jahren. Die künftigen Hausbesitzer müssen den Bauplatz erworben haben. Der Geldgeber errichtet das Gebäude und sichert sich hypothekarisch für die Miet- und Tilgungszahlungen, die ihm außerdem durch die Einwohner gegenseitig garantiert werden. Es hat l£erbei etwa eine 8—lOtyoige KapitalsverzinH sung, ohne die Mühen und Risiken des eigenen Hausbesitzes. Die Annahme, daß Wohnungen leerstehen oder die Mietpreise sinken, ist für die nächste Zeit infolge der dauernden Neueinwanderung nicht zu erwarten.