Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Jewish Agency. Von Spectator.
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 183 (sequence 3)
- Language
- German
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Arbeitern. Der Streit um Arbeitsplätze bekommt einen starken politischen Anstrich. Niemand wird der Forderung, daß alle Arbeiter ohne Unterschied ihrer politischen Einstellung Arbeitsplätze finden sollen, seine Zustimmung versagen. Auch die Arbeiterorganisation selbst hat stets feierlich erklärt, daß sie diesen? Grundsatz anerkennt. In der Praxis freilich scheint es anders zu sein. Die revisionistischen Arbeiter auf der anderen Seite führen ihren Kampf keineswegs aus wirtschaftlichen Gründen, sondern mit dem ausgesprochenen politischen Ziel, die Histadruth zu zerschlagen, nicht etwa weil sie Arbeiterinteressen schlecht verträte, sondern weil sie auf politischem Gebiet eine Stütze des „Weizmann-Kurses" ist und das Haupthindernis für einen Sieg revisionistischer Anschauungen bildet. Die Schwierigkeit besteht darin, den Komplex der Arbeitsfragen auf ein rein sachliches Gebiet zu bringen und aus der Verbindung mit Politik herauszulösen. Schon vor zehn Jahren hat Dr. Ruppin die absolute Notwendigkeit eines Arbeits-Reglements erkannt und ein bereits im Entwurf vorliegendes Projekt durchzusetzen sich bemüht. Es konnte damals keine Einigung der Arbeitgeber und Arbeitnehmer erzielt werden. So stehen wir noch' heute hier vor ungelösten Fragen, und die Beschlüsse, die das Aktionskomitee bei seiner letzten Sitzung faßte, sind zunächst gleichfalls nur akademisch, weil sie im Grunde nur Wünsche aussprechen, die unmittelbar einleuchtend sind, aber nicht den Weg zeigen, wie eine Regelung wirklich durchgesetzt werden soll. Man darf nicht vergessen, daß die Jewish Ageney keine Staatsgewalt hat und von ihr geschaffene Einrichtungen nur mit Zustimmung der beteiligten Kreise existieren können. Solange diese nicht einsehen, daß ihr eigenes höheres Interesse die Schaffung solqher Einrichtungen erfordert, wird} eine entscheidende Veränderung nicht eintreten. Es scheint aber, daß wir uns einem Zustand nähern, wo die einsichtigen Teile der Bewegung und auch der Jisehuw sich zu dieser Einsicht durchringen. Man muß dabei freilich von den Revisionisten absehen, die einen Frieden gar nicht wünschen können, da sie ja auf einen totalen Umsturz abzielen. Es wäre aber schon außerordentlich viel gewonnen, wenn man in Arbeitsfragen die großen Arbeitgeber-Verbände und die Arbeiter-Organisation auf eine Formel einigen könnte. Das A. C. hat hier Versuche gemacht, aber Endgültiges wurde vorläufig nicht erreicht. Wenn die Resolution des A. C. sogar von „schweren Strafen" spricht, die gegen Aufreizung zur Gewalt angedroht werden, und hierbei der Ausschluß aus der Zionistischen Organisation erwähnt wird, so darf man gleichfalls nicht übersehen, daß in den heutigen Kämpfen bereits viele Personen mitagieren, denen die Zugehörigkeit zur Zionistischen Organisation gar nicht so lebenswichtig erscheint, daß sie sich durch den Ausschluß bestraft fühlen würden. Eine Erweiterung der Exekutive ist trotz eingehender Verhandlungen nicht zustande gekommen. Sie scheiterte daran, daß die bisher oppositionellen Gruppen nicht bereit waren, durch Eintritt in die vom Kongreß gewählte Exekutive diese zu einer „nationalen" Exekutive umzugestalten, sondern unerfüllbare Personalvorschläge stellten, die auf eine Umkehrung des Kongreßwillens hinausliefen. Dazu kommt noch, daß die in Vorschlag gebrachten Kandidaten keineswegs die wirklichen Machtgruppen repräsentierten, und eine Erweiterung der Exekutive, die nur gewisse parlamentarische Bedeutung hat, hätte an dem jetzigen Zustand nichts geändert, höchstens die Arbeit erschwert. Die Exekutive und die hinter ihr stehenden Parteien waren zu einem weiten Entgegenkommen bereit. Eines der bedeutendsten Resultate dieser Sitzung ist die Zustimmung der