Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Die Sardinenfischerei in Palästina
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 172 (sequence 4)
- Language
- German
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Die Wege, die eine moderne und ertragreiche Sardinenfischerei einschlagen muß, haben wir bereits durch die Aufzeigung der negativen Seiten der gegenwärtigen Fischerei angedeutet* Vor allem: Die Art, in der gegenwärtig gefischt wird, obwohl sie im Prinzip nicht schlecht ist, ist keineswegs entsprechend, sowohl bezüglich der Arbeitsmethoden, als auch bezüglich des Umfanges de* Fläche, in der gefischt wird. Schon eine geringe Verbesserung der Fischereigeräte würde das quantitative Ergebnis der Fischerei wesentlich heben und viele Arbeitskräfte ersparen,. Aber das allein genügt nicht. Der Sardinenfang muß im offenen Meere betrieben werden, nicht aber, wie es heute geschieht, (wir haben das oben erwähnt), sich auf einen Radius von einen Kilometer von der Küste beschränken, wodurch nur ein kleiner Teil der Fische erfaßt wird. Man muß sich viele, viele Kilometer von der Küste entfernen, entlang und längs einer Linie von zehn Faden, um die Arbeit möglichst ertragreich zu machen. Dazu bedarf es wesentlich größerer Fangnetze, als es die jetzt verwendeten sind, oder es müssen auch Netze eingeführt werden, die vom Boote aus bedient werden. Das aber hat zwangsläufig größere und bessere Fischerboote zur Voraussetzung, worüber wir noch sprechen werden. Von den Netzen, die aus dem Boot bedient werden, sind die geeignetsten Treibnetze und hauptsächlich solche mit Taschen, die „Purse Seine"' genannt werden. Das zuletzt erwähnte Netz verdient besondere Aufmerksamkeit«, denn es ist das vollendetste in seiner Art und ist in viekün Ländern, wo man es früher nicht gekannt hat, jetzt sehr verbreitet. Die nächtliche Sardinen^ fischerei, die ergiebiger ist, als die Fischerei bei Tag, ist in Palästina ganz unbekannt. Auch dies ist eine erwägenswerte Tatsache. Dies sind kurze, aber wichtige Hinweise. Ihre Bedeutung mag dem Laien schwer verständlich sein, doch dem Fachmann können sie als Wegweiser dienen. 5. Boote. Wenn die Fischerei im offenen Meere betrieben wird, so müssen sich natürlich die Boote dieser Tatsache anpassen. Sie müssen nicht nur größer sein., sondern — und das ist nicht minder wichtig — sie müssen ein Deck haben* denn die Arbeit im offenen Meere kann mit den heute gebräuchlichen kleinen offenen Booten nicht betrieben werden, besonders nicht im stürmischen, mittelländischen Meere. Größere Boote können natürlich nicht in der gewohnten Art, das heißt durch Ruder fortbewegt werden; Segel oder ein Motor sind also erforderlich. Durch die billige «und arbeitsparende Oelfeuerung sind die Aussichten für die Einführung von Motoren für die Fischerei in den letzten Jahren sehr gestiegen. Die ägyptische Fischerei dankt ihren merklichen Aufschwung der Verwendung von Maschinen; langjährige Versuche, die auch Enttäuschungen brachten, und vor beiläufig zehn Jahren abgeschlossen wurden, waren die Voraussetzung dafür. Im Rechenschaftsbericht der ägyptischen Regierung für 1928 finden wir noch Mitteilungen darüber, daß mit Dampf betriebene Schiffe für die Fischerei ungeeignet sind. Aber bereits im Jahre 1929 finden wir, daß in Aegypten 22 Dampfschiffe erfolgreich arbeiten und im Rechenschaftsbericht für das Jahr 1930 sind es 37, die durch Maschinen betrieben werden, zum Großteil vorzügliche