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Palästina · 1934-04-01 · Heft 4-5 (April 1934) · p. Seite 171

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 4-5 (April 1934)
Article
Die Sardinenfischerei in Palästina
Date
1934-04-01
Page
Seite 171 (sequence 3)
Language
German
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zum Fange einer Reihe anderer Fische verwendet und ihre Primitivität ist der Grund des schlechten Standes der Fischerei. Die Netze werden durch kleine Ruderboote ausgelegt, eingezogen werden sie von Lohnarbeitern. Die Boote sind ferner nicht geeignet, weiter draußen im Meere oder an den Küsten in größerer Entfernung vom Hafen zu arbeiten. Alle Fischerboote in Palästina) ohne Ausnahme sind ohne Deck und sehr klein; äußerst selten ist eines länger als 6—7 m; und weil das Mittelmeer an unseren Küsten nicht ruhig ist und sich nur wenige geschützte Zufluchtsorte längs der Küste finden, wagen es die Boote nur bei besonders ruhigem Wjetter, in See zu gehen und entfernen sich auch dann nicht we(it von der Küste. Die Boote werden durch Ruder, manchmal durch Segel bewegt. Motorantrieb gibt es nicht. Diese zwei hauptsächlichsten Faktoren — Primitivität der Fischfanggeräte und außerordentliche Kleinheit der Boote — sind schuld an der begrenzten Ausbeute beim Sardinenfang und sie weisen auch den Weg zur Verbesserung dieses Produktionszweiges. 3. Die Fischkonservenindustrie. Wie oben bemerkt, gibt es in Palästina eine Anzahl von Unternehmungen, die Fische einlegen, sämtliche in Tel-Aviv. Sie sind alle klein, doch werden ihre Erzeugnisse sehr gelobt. Manche dieser Produkte haben ohne Schwierigkeit den heimischen Markt erobert und decken dessen Bedarf fast vollständig. Dies ist den jahrelangen Erfahrungen zu verdanken, die sich die Fabrikanten in Europa, noch vor ihrer Einwanderung, erworben haben. Der Großteil der Fischkonserven, die hier erzeugt werden, besteht aus in Salzwasser eingelegten, vom Auslande eingeführten Fischen, vor allem aus Heringen;. In Palästina werden aus ihnen dann geräucherte Fische sehr guter Qualität gemacht, die besonders im Winter einen guten Markt haben. Ein Teil wird in Essig und mit Gewürzen eingelegt und in Blechbüchsen verpackt. Von den inländischen Fischen wird nur die Sardine konserviert. Sie wird geräuchert' und in verschlossenen Blechdosen luftdicht konserviert. Nur ein kleiner Teil der Sardinen wird eingelegt. Die Fische sind schön von Aussehen, schmackhaft, und werden im ganzen Lande gerne gekauft. Diese Kleinindustrie versorgt hauptsächlich den lokalen Markt. Ihrer Entwicklung und Ausdehnung stehen verschiedene Hindernisse im Wege, über die wir nun sprechen wollen. 4. Die Möglichkeiten und Wege einer Entwicklung. Auf Grund der gegebenen Fakten läßt sich objektiv feststellen, daß der Sardinenfang in Palästina bis zu seinen tatsächlich hohen Ertragsmöglichkeiten entwickelt werden kann. Ohne weitläufig zu sein, läßt sich sagen, was man in dieser Richtung tun und erreichen kann. Der Sardinenfang, resp. überhaupt der Fischfang in Aegypten, der sich noch vor einigen Jahren im Zustande der Lethargie befand, entwickelt sich nun in den allerletzten Jahren zusehends. Seine Entwicklung wird teils durch entsprechende Gesetze, wie auch durch Untersuchungen der Regierung, teils durch technische Vervollkommnung und Modernisierung gefördert, schließlich auch durch private Initiative und Unternehmungslust.

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