Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Die Sardinenfischerei in Palästina
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 173 (sequence 5)
- Language
- German
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Schiffe. Die Motorboote hatten eine Bemannung von durohschnittlich neun Matrosen^ die Dampfschiffe durchschnittlich eine solche von 20. Nur der Einführung der Motorboote ist es zuzuschreiben,, daß der Ertrag der Fischerei 1930 größer war denn je. Wir dürfen diese Erfahrungen^ die in Aegypten gemacht wurden;, nicht gering schätzen und haben noch viel daraus zu lernen. Es geht nicht an, über die Entwicklung der Sardinenfischerei zu sprechen, ohne sich gleichzeitig mit der Vervollkommnung und Erweiterung der Konservierungsindustrie zu befassen, denn, obgleich die Sardine wohlschmeckend ist, ist ihr Wert gering, wenn man sie frisch (das heißt für Kochzwecke) verkauft, hoch dagegen, wenn sie als Konserve verarbeitet wird,. Aber für die Konservierungsindustrie sind die Fische in Palästina noch zu teuer. Hauptsächlich weil sie von Großhändlern gekauft werden und auf dem Wege vom Fischer bis zum Konservenfabrikanten oder bis zum Konsumenten eine oft 100 o/o ige Preissteigerung erfahren. Hier ist die Erklärung sowohl für die hohen Prfeise der Fische, als auch für die Armut der Fischer. Die Konserve von inländischen Fischen wird sich im Handel nur dann behaupten können, wenn der zwischen dem Fischer und Konservenfabrikanten bestehende Zwischenhandel ausgeschaltet werden wird. Ferner muß die Konservenfabrikation noch vervollkommnet werden. Es fehlen Methoden für die Konservierung auf lange Zeit. Günstig wäre die Vereinigung der vielen kleinen, zerstreuten Betriebe zu einem Großbetrieb. Das würdenicht mu* eine Verbesserung und Verbilligung der Produktion, sondern auch die Eroberung neuer Absatzmärkte und die Herabsetzung der Preise ihrer Rohmaterialien ermöglichen. Es wäre wichtig, der Sardinenfischerei, sowie der Fischerei überhaupt, mehr Interesse zuzuwenden als bisher, denn es ist nicht normal, daß in einem Lande, das eine so große Küste hat, wie Palästina, der Reichtum des Meeres, der soviel Segen zu spenden vermag, nicht gehoben wird. Maritime Aufgaben* Von H. Frankel, Jerusalem. Zu den durch Juden am wenigsten okkupierten Berufen gehören die maritimen. Daß die in kontinentalen Ländern lebenden Juden für die Seefahrt kein besonderes Interesse zeigten, wäre nicht verwunderlich. Auffallen muß es jedoch, daß in Ländern, deren Völker eine bedeutende maritime Stellung einnehmen, wie England, Holland, Vereinigte Staaten und andere, der Anteil der Juden in maritimen Berufen und im Schiffsbau äußerst geringfügig ist. Die naheliegenden Erklärungen dieser Tatsache erübrigen sich angesichts der erfreulichen Tatsache, daß bei der jüngeren Generiation in Palästina ehrliche Trauer darüber besteht, daß von jüdischer Seite bisher an maritimen Berufen ein so geringer Anteil genommen wurde und der feste Wille vorliegt, diesen sehr ernsten Mangel zu überwinden. Bei allen seefahrenden Völkern gab es seit Urzeiten zuerst den Fischer und den kleinen Frachtfahrer. Aus diesen Kreisen wurden später die Seeleute für die „große Fahrt" entnommen. Erst während der rapiden Ausdehnung der großen transozeanischen Linien haben sich auch Ldute aus der Landbevölkerung dem Seemannsberuf zugewendet. Heute, da ein großer Teil der Welt-