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Palästina · 1934-04-01 · Heft 4-5 (April 1934) · p. Seite 170

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 4-5 (April 1934)
Article
Die Sardinenfischerei in Palästina
Date
1934-04-01
Page
Seite 170 (sequence 2)
Language
German
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in einem sehr begrenzten Gebiet fischen, nehmen die Sardinen den ersten Platz unter den gefangenen Fischen ein und bilden auch das Hauptkontingent für die heimische Konservenindustrie. Diese liefert, obwohl sie vorläufig noch klein ist, ausgezeichnete Ware, und die Aussichten für ihre zukünftige Entwicklung: sind sehr günstig. 1. Die palästinensische Sardine. In den Gewässern von Erez Israel leben zwei Arten von Sardinen. Sie gleichen einander an Größe, bezüglich ihrer Gewohnheiten und der Zeit ihres Erscheinens, sind aber verschieden in ihrem Werte für die Konservierung. Die verbreitetere Art ist die Clupea venulosa, von den Arabern Raf ia - Sardine (dünne Sardine) genannt, wegen ihrer langen, schmalen Form. Sie ist manchmal bis 20 cm lang, meistens jedoch 16 bis 17 cm. Meis-t wird sie allein gefangen, manchmal aber zusammen mit der zweiten Art oder mit den Jungen anderer Fische. Ihr Fleisch schmeckt zart und angenehm und zeichnet sich auch in konserviertem Zustande durch guten Geschmack aus. Die zweite Sorte, Clupea koval, wird manchmal 25 cm lang, unterscheidet sich im allgemeinen aber in der Länge nicht von der ersten, doch ist sie breiter und dicker, weshalb sie bei den Arabern „Sardina arid" (dicke Sardine) heißt. Ihr Fleisch ist härter und trockener als das der anderen Sorte und wird dort verwendet, wo nichtl Nachfrage nach besonders zartem Fleisch ist. Obwohl beide Sorten während des ganzen Jahres an der Küste Palästinas erscheinen, treten die Schwärme doch periodisch au^, was wie bei allen Sardinenarten eine Folge ihrer Wanderungen ist. Die größten Schwärme erscheinen an der Küste unmittelbar nach der Regensaison, im März und April. Das ist der Zeitpunkt, wo die Fische sich im seichten Wasser sammeln, um Eier zu legen, was von Mai bis September dauert. Während dieses Zeitraumes sind die Fische reichlich da, aber in dert folgenden Monaten merkt man eine Abnahme des Fanges. Größere Sehwärme erscheinen dann wieder im Januar und Februar, doch ist ihr Erscheinen nicht regelmäßig und kann nicht vorausgesehen werden. Am häufigsten erscheinen sie bei gutem, ruhigen Wetter. Kurz, die Hauptsaison für den Fischfang erstreckt sich vom Januar bis zur Mitte des Sommers; von da an bis zum Ende des' Jahres sinkt der Ertrag des Fischfanges ständig und merklich und in den Monaten Oktober bis Dezember ist die Ausbeute am geringsten. Daraus ergibt sich, daß der Sardinenfang durch neun Monate des Jahres betrieben werden kann. 2. Ortsüblicher Sardinenfang. Die Sardinenfischetrei in Palästina, wie es überhaupt die Methoden dei? Fischerei im allgemeinen im Lande sind, ist überaus primitiv, ohne daß von irgendeiner Seite Schritte unternommen würden, den Zustand zu verbessern oder die Fischerei auszudehnen und sie außer in den zwei Häfen Haifa und Jaffa auch auf die hohe See hinauszuführen. Das wirkt sich ungünstig auf die Konservenindustrie aus, die wesentlich von ausländischen Fischen abhängt. Der Aktionsradius der palästinensischen Fischerei beschränkt sich auf höchstens einen Kilometer Entfernung vom Hafen. Die Netze, welche benützt werden, sind primitive Fangnetze ohne Sack und das ermöglicht einem Teil der Fische durchzuschlüpfen'. Die Netze sind nicht den besonderen Bedürfnissen des Sardinenfanges angepaßt; sie werden auch*

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