Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Zur Lage der palästinensischen Eisenwirtschaft
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 162 (sequence 5)
- Language
- German
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Abfälle dieser Art werden also vorläufig unserer Eiseninvestition noch entzogen. Anders liegen die Dinge in bezug auf Schwarzblechabfälle, fernerhin: in bezug auf das Material, welches bei der charakterisierten Drahtverarbeitung entfällt, also vor allem Drahtspäne. Diese Materialien können in dem kleinen Umfang, in dem sie bis jetzt £m Lande vorhanden sind, in der Gießereiindustrie Verwendung finden, wenn auch nur zusatzweise, denn das hauptsächliche Ausgangsmaterial der Gießereiindustrie ist ja neben dem eigentlichen Gießereiroheisen erster Schmelzung vor allem der sogenannte Gußbruch; ein Material also, das aus alten Gußstücken aller Art stammt. Daß es bereits Gießereien im Lande gibt, ist bekannt. Ihre Produktion war aber bisher sogar für die hiesigen Landesverhältnisse noch ziemlich geringfügig. Die Errichtung einer relativ umfangreichen Anlage bei Haifa ist im Gange. Diese wird sich zunächst wohl auf die Herstellung von einfachen Gußstücken beschränken, die vor allem für die Bauwirtschaft von Wichtigkeit sind, das heißt gußeiserne Badewannen und Wasser installationsteile gießen. Was an Gußbruch einigermaßen frachtgünstig im Lande aufkommt, wird dieses Unternehmen aufnehmen können, daneben auch die oben erwähnten, zusätzlich verwendbaren Materialien, und außerdem wird es natürlich in der Hauptsache auf importiertem Roheisen stehen. Jedenfalls dürfte idie Gründung dieses Unternehmens der Gießereiindustrie des Landes einen erheblichen Antrieb geben, aber sie ist auch noch in einer anderen Hinsicht von Bedeutung. Die Redaktion dieses Blattes hat in einer Hußnote zu dem betreffenden Passus in meinem Artikel ,,Metallwirtschaftliche Möglichkeiten in Palästina" in Nr. 7/9, 1933, darauf hingewiesen, idaß die Frage der Sammlung van Alteisen in großem Stil nach' Meinung anderer Fachleute von günstigen Abtransportbe dingungen des Materials abhänge, sonst stelle sich die Fracht für die zerstreut liegenden kleinen Mengen, die im Lande anfallen, zu hoch. Ich kann die Auffassung, daß keine genügend günstigen Transportbedingungen vorlägen, nicht teilen. Zu-« nächst spricht gegen ihre Richtigkeit die Tatsache, daß wir in den letzten Jahren immer einen gewissen Schrottexport nach Italien hatten. Wenn diese Schrottmengen schon die Cif-Kosten ausgehalten haben, dann werden sie bestimmt auch die ja niedrigeren JTob-Kosten aushalten, zumal die Schrottpreise in den letzten Jahren am Weltmarkt, also auch in Italien, außerordentlich stark gedrückt waren. Außerdem aber handelt es sich hierbei meiner Ansicht nach weniger um ein Frachtproblem, als um die Sammelproben. Ich meine das so: Es interessiert sich zur Zeit im Lande niemand dafür, da*? Material unter wirklich fadimännischeni Gesichtspunkten aufzuspüren, zu lagern und zu sortieren. Das ist aber deshalb notwendig, weil durich eine solche fachmännische Behandlung der Angelegenheit das Frachtproblem von seiner Schwierigkeit viel verlieren würde. Es gibt hier im Lande immer Möglichkeiten, sehr billige Rückfrachtsätze im Lastautobetrieb auszunutzen. Natürlich liegen die Dinge anders, wenin man die üblichen Eisenbahnfrachten zum Maßstab der Berechnung macht. Aber ein einziger tüchtiger Händler, der dieses Geschäft versteht, kann in dieser Hinsicht durchaus Wandel sichaffen. Ich bin auch überzeugt davon, daß ein solcher Wandel gar nicht mehr lange auf sich warten lassen wird. Ein weiteres Zurückgehen in den Stadien des Produktionsprozesses kann zur Zeit notch nicht erörtert werden. Daß die Entwicklung der hiesigen Wirtschaft noch nicht reif dafür ist, ist die allgemeine Ansicht, der ich; nicht wider-