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Palästina · 1934-04-01 · Heft 4-5 (April 1934) · p. Seite 161

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 4-5 (April 1934)
Article
Zur Lage der palästinensischen Eisenwirtschaft
Date
1934-04-01
Page
Seite 161 (sequence 4)
Language
German
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führten Draht, in der Hauptsache gezogenen Draht, hier im Lande weiter zu verarbeiten. Man beginnt aber auch damit, den eingeführten Walzdraht selbst im Lande zu ziehen. Wir haben jedenfalls bereits Nagelfabriken im Lande, die Nägel aller Art bereits herstellen oder doch kurz vor der Aufnahme solcher Fabrikationen stehen, auch Schraubenfabriken s£nd im Entstehen, und dies wird sich in den nächsten Jahren zweifellos dahingehend auswirken, daß unsere Einfuhr an Draht weiterhin stark steigt, während die an Draihterzeugnissen (also vor allem auch an Nägeln und Schrauben) relativ zurückgehen wird. Das gleiche gilt für Drahtgeflechte und sonstige Drahtwaren, Stacheldraht etc. Auf diesem Sondergebiet scheint also der Gang der Dinge bereits ziemlich klar zu sein. Freilich handelt es sich hierbei um relativ einfache; Fabrikationen, die in den letzten Stadien im wesentlichen auf Automatenarbeit beruhen. Aber gerade derartige Fabrikationswege sind für das Land besonidiers geeignet, zu* mindesten so lange., als es uns an einem ausreichend großen Stamm durchgebildeter Facharbeiter fehlt. Selbstverständlich sind solche bereits vorjianden. Aber mir scheint, daß ihre Anzahl nach den vorliegenden Erfahrungen noch nicht groß genug ist. Die sonstige Verarbeitung von Walzwerks er Zeugnissen, also neben dem Draht vor allem von Blechen, ist ebenfalls grundsätzlich betrachtet nicht schwierig, und dürfte in absehbarer Zeit ganz gufc in Gang kommen. Die Verarbeitung von Weißblechen ist ja bereits da. Sie wird zweifellos einen nicht unerheblichen Aufschwung nehmen, wenn einerseits das Erdöl der Iraq Hefa* oleum Co.,, zu fließen begonnen haben wird und andererseits die vorhandenen Ansätze einer Konservenindustrie sich weiter entwickeln. Die Produktion von Erdölkanistern findet in gewissem Umfange bereits bei uns statt, es handelü sich hier nicht um schwierige Vorgänge. Das gleiche gilt für Konservenbüchsen, Die Wiederverwendung der Weißblech abfalle würde keine Schwierigkeiten bieten, wenn man die Möglichkeiten hätte, das Material hier im Lande zu entzinnen. Solche Anlagen sind — sei es nach den bekannten Chlorzinnverfahren, das in Deutschland verwendet wird, sei es nach anderen Verfahren — nicht sehr schwer zu erstellen. Aber vorläufig lohnt das bei uns noch nicht. Wir importieren in der Hauptsache englisches und deutsches Weißblech. Den Zinninhalt in diesem Weißblech kann man durchschnittlich wohl mit etwa 2o/o des Gesamtgewichtes annehmen, vielleicht liegt er etwas höher, aber das Aufbringen dürfte kaum über diesen Satz hinausgehen. Nun haben wir im Jahne 1933 eine Weißbleeheinfuhr von ungefähr 1700 Tonnen gehabt. Das würde einen Zinninhalt von rund 34 Tonnen bedingen. 34 Tonnen stellen heute ein Objekt im Werte von rund 7650 Pfund dar. Selbst das lohnt noch nicht, zumal ja der derzeitige Entfall an Weißblech (nicht etwa gleichbedeutend ist mit deir gegenwärtigen Investition, sondern viel kleiner. Man wird an diese Dinge erst denken können, wenn der Entfall die gegenwärtige Investitionshöhe soweit überschritten haben wird, daß man aus der Weißblechentzinnung zu etwa 50 Tonnen Zinn gelangen kann. Nebenbei bemerkt: Unser gegenwärtiger Verbrauch an Zinn hat ungefähr die gleiche Höhe. Weißblechabfälle werden also aus dem /oben angedeuteten Grunde zunächst exportiert werden müssen, was übrigens bereits geschieht. Der Export geht in Form von gepreßten Paketen vor sich, aber auch gebündeltes Material sah ich bereits im Haifaer Hafen zur Verladung liegen.

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