Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 4-5 (April 1934)
- Article
- Zur Lage der palästinensischen Eisenwirtschaft
- Date
- 1934-04-01
- Page
- Seite 160 (sequence 3)
- Language
- German
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wirtschaftlichen Lage, in welcher Form die Investition erfolgt. Sieht man sich die oben gegebene Tabelle an, so zeigt sich, daß ein ganz beträchtlicher Teil unserer Investition (etwa der dritte Teil) in Form von Rund- und Winkeleisen erfolgt, wobei das Rundeisen die weitaus größere Rolle spielt. Es ist bekannt, daß dieses Material hauptsächlich für die Verwendung in dem hier sehr weit verbreiteten Eisenbetonbau zu Bewehrungszwecken eingeführt wird. Das so verwendete Rundeisen ist — vorausgesetzt, daß der Bau unter normalen Bedingungen ausgeführt und nicht vorzeitig abgebrochen wird — auf viele Jahrzehnte hinaus dem Wirtschaftsprozeß entzogen. Es handelt sich hier um Material, dessen Verwendung praktisch als Daiuerinvestition anzusehen ist, denn auch dann, wenn es einmal wieder bei Abbruch des Baues, in dem es steckt, herausgeholt wird, ist seine Wiederverwendbarkeit vielfach problematisch. Wir müssen also, um das im Lande zur Zeit roulierende „Eisenkapital", das heißt in durchschnittlichen Fristen zur Wiederverwendung herauskommende Material berechnen zu können, das Moniereisen, also das im Betonbau verwendete Rundeisenmaterial, ganz anders bewerten, als die meisten sonstigen Eiseninvestitionen. Wie weit die Lebensdauer solcher Investitionen im allgemeinen geht, das habe ich an dieser Stelle bereits auseinandergesetzt und will hierauf deshalb nicht mehr im einzelnen zurückkommen. Festzuhalten bleibt folgende Tatsache: Die palästinensische Eiseninvestition befindet sich in einer ziemlich sprunghaften Steigerung. Sie findet zu einem nicht unerheblichen Teil in einer Form statt, die eine sehr lange Festlegung bedeutet. Sie scheint trotzdem allmählich groß genug zu werden, um den Gedanken an eine Wiederverarbeitung anzuregen. Der gegenwärtige Stand unserer eisenverarbeitenden Industrie — das von einer eisenschaffenden Industrie bei uns nicht die Rede sein; kann, wurde? bereits festgestellt — läßt nun darauf schließen;, daß die Art unserer Eiseninvestition schon in naher Zukunft gewisse Wandlungen erfahren wird. Bis jetzt lagen die Dinge so, daß wir den größten Teil des Materials in der Form einführten, in der es zu einer letzten Verwendung zu gelangen hat, das heißte wir importierten Fertigwaren. Die obige Tabelle zeigt ja auch, daß die Materialien, die wir als Roh- oder Halbfabrikate einführten, zahlenmäßig kaum eine Rolle spielen. Die wenigen hundert Tonnen Roheisen, die von unseren Gießereien eingeführt wurden, fielen gar nicht ins Gewicht. Der Posten Rund-, Winkeleisen und Träger sowie Eisennägel und Schrauben, fernerhin Rohre — also alles Materialien, die im wesentlichen mit der Bauindustrie in Zusammenhang stehen — spielte die Hauptrolle. Daneben haben wir verzinkte Bleche eingeführt, ferner Schwarz- und Weißbleche, die hier zum Teil ohne weitere Zurichtung, zum Teil mit einer geringer verbraucht wurden. Aehnlich liegen die Dinge bei unserer Drahteinfuhr, wenigstens lagen sie bis vor kurzer Zeit so. Gegenwärtig sind gewisse Ansätze zu einem Wandel in dieser Hinsicht festzustellen. Am ältesten sind sie in der drahtverarbeitenden Industrie. Es ist kein Zufall, daß in den ersten neun Monate^ deis Jahrjes 1933 unsere Einfuhr an Eisennägel und Schrauben relativ niedriger gelegen hat, als im Jahre 1932, daß andererseits die Einfuhr an Rohdralht und auich an gezogenem Draht erheblich gestiegen ist. Das liegt einfach daran, daß man damit beginnt, eilige-