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Palästina · 1934-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1934) · p. Seite 130

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1934)
Article
Die Lage [Nachricht]
Date
1934-02-01
Page
Seite 130 (sequence 2)
Language
German
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J30 Aufblühen» Erez Israels und den krisenhaften Verhältnissen in Europa zeigt; natürliche Ursachen zugrunde. Auch in Erez Israel gibt es keine ökonomischen Wunder. Verglichen mit Einwanderungsverhältnissen, die vor dem Kriege für die großen Immigrationsländer statistisch erfaßt wurden, ist die jetzige jüdische Einwanderung nach Erez Israel verhältnismäßig wohlhabend. Ein erheblicher Teil der Einwanderer findet daher in den Unternehmungen und Wirts ehalten anderer Einwanderer Arbeit. Außerdem hat Erez Israel sowohl in Industrie und Handel als auch in Feld- und Gartenwirtschaft noch heute große Bedürfnisse des inneren Marktes zu befriedigen. Und da sich der innere Markt durch die hineinströmende» Einwanderer weiter ausdehnt, ist es mehr als wahrscheinlich, daß bei Anhalten der Einwanderung die Prosperität Erez Israels ebenfalls andauert. Mit Recht steht daher die Frage, welche Möglichkeiten die Regierung der Einwanderung eröffnet, im Vordergrund des Interesses. Zunächst ist seit Anfang Januar eine gewisse Verringerung der Einwanderungsziffern festzustellen. Allem Anschein nach handelt es sich aber nur um eine vorübergehende Erscheinung, die wohl zum Teil auf der Jahreszeit, zum Teil auf der langsamen Abwicklung der Anträge für Kapitalisten- Zertifikate seitens der palästinensischen Regierung beruht. Immerhin bestehen günstige Aussichten nicht nur für Arbeiter und Handwerker, sondern auch für Unternehmer. Gerade in Jerusalem, das noch nicht die stürmische Entwicklung von Tel-Aviv und Haifa erlebt hat, ist diees gut zu beobachten. Ich spreche nicht von Luxusbetrieben, die meines Erachtens keine besonders erfreuliche Erscheinung darstellen und die in ihrer Entwicklung, wie mir scheint, am meisten gefährdet sind, weil sie Bedürfnisse europäischer Großstädte in ein Land verpflanzen, das bei aller ökonomischen Entwicklung noch lange nicht hierfür reif ist. Aber in den gewissermaßen legitimen Zweigen des Wirtschaftslebens zeigt jedes neue Unternehmen, jede Verbesserung bestehender Einrichtungen immer wieder neue Lücken der Entwicklung und unbefriedigte Wirtschaftsbedürfnisse der Bevölkerung. So schwer es ist, in Einzelfällen einer bestimmten Einzelperson zu raten, namentlich wenn der Rat außerhalb Erez Israels verlangt wird, so deutlich sieht man im Lande selbst, daß Menschen mit Unternehmungsgeist, Fachkenntnissen und einem Gefühl für wirtschaftliche Möglichkeiten auch in Zukunft in Erez Israel dankbaren Boden finden werden. Neben den Städten Tel-Aviv, Haifa und Jerusalem fanden auch die kleineren Orte, die man noch immer fälschlicherweise als Kolonien bezeichnet, die aber in Wirklichkeit blühende kleine Städte sind, wie Rischon-Le- Zion, Petach Tikwah, Rechoboth, Chedera ind andere, unter den neuen Einwanderern recht große Beachtung. In allen diesen Orten herrscht eine ähnliche Wohnungsnot wie in Tel-Aviv und Haifa. Die Preisentwicklung in Erez Israel ist nicht beängstigend. Sogar die Preise für unbebaute Grundstücke scheinen den Höhepunkt überschritten zu haben und sogar in Tel-Aviv und Haifa ist eine rückläuf ige Bewegung festzustellen. In Jerusalem kann maiö von einer Wohnungsnot nicht sprechen. Die Mietpreise sind nicht erheblich gestiegen. Das gilt auch für kleine Wohnungen und in den arabischen Stadtteilen gibt es immer eine Reserve an leerstehenden, außerordentlich billigen Wohnungen. Trotz der Entwicklung in Tel-Aviv und Haifa braucht daher der Einwanderer vor

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