Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- [Nachricht] / A. T.
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 103 (sequence 11)
- Language
- German
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dies indes sicherlich als ein Rückschritt bezeichnet werden. So sind denn letztens Stimmen aufgetaucht, die weitgehende Reformen im sozialen Bau der Moschawim verlangen, um sie von den Gefahren der Loslösung von der Arbeiterschaft zu befreien. Die radikalsten Vorschläge, die allerdings kaum eine Aussicht auf Durchführung haben, gehen in der Richtung der Abschaffung der getrennten Wirtschaften. Die Bewirtschaftung des Dorfes soll eine gemeinsame sein, lediglich der Ertrag soll auf die einzelnen Familien proportioneil aufgeteilt werden. Weniger weitgehend sind die Vorschläge, die lediglich die Zusammenfassung einzelner Wirtschaftszweige, insbesondere des Getreidebaues, im Auge haben, was zugleich die Anwendung von landwirtschaftlichen Maschinen, die am zweckmäßigsten für einen Großbetrieb sind, ermöglichen, bezw. erleichtern soll. Doch bahnen sich auch' "derartige Kompromißvorschläge vorläufig nur sehr schwer den Weg und es ist noch fraglich, ob und in welchem Ausmaße sie realisiert werden können. Im Kampf der Lebensformen in Palästina liat somit im gegenwärtigen Augenblick der Moschaw die geringsten Aussichten. Seine, eine gewisse Zeit lang ziemlich große Popularität hat er in den letzten Jahren in einem starken Maße eingebüßt und es sind keinerlei Spuren einer erneuten Propaganda seinerseits zu bemerken, die für die Bewegung der Kwuzah letztens charakteristisch geworden sind. Die Zukunft gehört, soweit nach dem gegenwärtigen Stand der Dinge geurteilt werden darf, dem Kibbuz und der Kwuzah und um diese beiden Lebensformen konzentriert sich auch die Hechaluzbewegung in den Galuthländem. 3. Arbeittrkonferenzen. Die bedeutenden Aenderungen, die in der letzten Zeit im Leben der palästinensischen Arbeiterschaft im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung des Landes vorgekommen sind,, haben eine deutliche Abspiegelung in einer Reihe von Konferenzen gefunden, die in den letzten Tagen in Palästina stattgefunden haben, bezw. noch stattfinden sollen. Die erste in der Reihenfolge war die bereits früher erwähnte Beratung des Chewer Hakwuzot, die in der Hauptsache den innerlichen Problemen dieser Bewegung und der Vereinigung derselben mit der Gordonja-Bewegung gewidmet war. Es folgt die Session des Rates der landwirtschaftlichen Arbeiterorganisation (19. bis 21. Dezember). Hier war es einerseits das schwere Problem der Lohnarbeit in den Kolonien, anderseits die weitere landwirtschaftliche Siedlungstätigkeit, die im Mittelpunkt der Erörterungen standen]. Es wurde zwischen anderem auch der Bericht der Siedlungskooperative „Nir" entgegengenommen, die nunmehr, nachdem sie ein Aktienkapital von über 10.000 Pfund erreicht hat^ zur unmittelbaren praktischen Arbeit sowohl in* den Siedlungsgenossenschaften, wie auch in den Kolonien (insbesondere auf dem Gebiet des Häuserbaues für die Koloniearbeiterschaft) übergegangen ist, und bereits im ersten Jahr ziemlich beträchtliche Resultate zu verzeichnen hat. — Das bedeutendste Ereignis im Leben der palästinensischen Arbeiterschaft stellt indes die zweite Session der Konferenz der Histadruth dar„ die in fünf Tagen £9. bis 14. Jänner) ein gewaltiges Arbeitspensum erledigt und die Aufmerksamkeit des ganzen Landes um sich konzentriert hat. Der Gesamtkomplex der Fragen des wirtschaftlichen, sozialen und kulturellen Lebens der palästinensischen Arbeiterschaft wurde da in einer Reihe von Referaten und in einer überaus gründlichen und tiefschürfenden Debatte behandelt. Neu war das Aufrollen der Frage der Kultur- und der