Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- [Nachricht] / A. T.
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 102 (sequence 10)
- Language
- German
- Belongs to
- correspondence
- OCR quality
- 95% known words query
- IRI
…/2379786-2379916-2379919--17079-2400388- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
Meuchad mit seinen 3200 Mitgliedern und 22 Siedlungspunkten, sowie der Kibbuz Arzi des Haschomer Hazair mit 2050 Mitgliedern und 28 Abteilungen (darunter sieben landwirtschaftliche Siedlungspunkte) großartige Wirtschaftskörper dar, die das gesellschaftliche Leben der palästinensischen Arbeiter auf das stärkste beeinflussen. Demgegenüber ist die Bedeutung der Kwuzah stark zurückgegangen und lange Jahre hindurch war in dieser Bewegung fast vollständiger Stillstand zu verzeichnen, obzwar die existierenden Kwuzoth sich ausnahmslos gut entwickelten und zumeist auch großes Ansehen im Lande genossen. Erst in den letzten Jahren ist die Kwuzah zu einer erneuten Propaganda übergegangen. Diese Aufgabe hat in erster Reihe die Organisation dieser Genossenschaften, der „Chewer Hakwuzot" auf sich genommen, der gegenwärtig 24 genossenschaftliche Siedlungen mit 2300 Mitgliedern umfaßt. Eine ziemlich bedeutende Hilfe ist der Bewegung der Kwuzot durch den Anschluß der Jugendbewegung „Gordonja" an sie erwachsen, die sich als solche ganz für diese Lebensform erklärt hat. Auf der Beratung des Chewer Hakwuzot, die vor wenigen Wochen (10. bis 12. Dezember) in Ramat David stattfand, wurde denn auch folgerichtig die Vereinigung der beiden Bewegungen beschlossen, die allerdings formell erst anläßlich der allernächsten Konferenz des Chewer Hakwuzot durchgeführt werden wird. — Anderseits machen sich innerhalb der Bewegung der Kwuzot Tendenzen geltend, ein engeres Zusammenwirken zwischen den einzelnen Kwuzot auch auf dem Gebiet der tagtäglichen wirtschaftlichen Arbeit anzustreben, um die Bewegung derart nach außen hin widerstandsfähiger zu machen. Doch stößt dieses Vorhaben auch auf schwere Bedenken seitens gewisser Teile der Bewegung, die die Schwächung der Widerstandskraft und der Freiheit der Entwicklung der einzelnen Kwuzot bei einem derartigen Zusammenschluß befürchten. Am schwierigsten gestaltet sich gegenwärtig das Problem des Moschaw Owdim. Die Bewegung ist aus dem Streben eines Teiles der älteren Arbeiterschaft zur eigenen Wirtschaft erwachsen, das an und für sich nichts mit der sozialen Einstellung des Einzelnen zu tun hat. Unter ihren Gründern sind sjehr viele der bedeutendsten Führer der Arbeiterschaft zu finden, deren tiefes Durchdrungensein mit den sozialen Idealen dieser Arbeiterschaft und in erster Reihe mit dem Ideal der Gleichheit aller Arbeitenden und der gegenseitigen Hilfe gar keinem Zweifel unterliegt. Und doch ist es überaus schwer, diesies Ideal in den Moschawim zu verwirklichen, schwer fällt es auch, der psychologischen Wirkung der individuellen Wirtschaft auf den Siedler entgegenzuwirken. Bereits bei der ersten Ausstattung der Siedler können sich Differenzen infolge der verschiedenen Bodenqualität ergeben. Was da nun alles folgt: mehr oder weniger unberechenbare Naturvorfälle, Größe der Familie, Krankheiten, Zufallserscheinungen u. dgl. vergrößert auch ohne jedwedes Verschulden de$i Einzelnen diese Differenz. Das Prinzip der gegenseitigen Hilfe vermag da nur wenig zu korrigieren. So bricht schließlich im Moschaw der alte, schwere Gegensatz zwischen den besser und den schlechter Situierten hervor und von derartigen Unterschieden führt bereits ein ziemlich direkter Weg zu Klassengegensätzen. Anderseits sind unter den Mitgliedern der Moschawim so manche Zeichen einer Lockerung der Beziehungen mit der Arbeiterschaft im Lande und der Herausbildung einer typischen Bauernpsychologie zu bemerken. An und für sich mag es sich da um eine ziemlich normale Erscheinung handeln, vom Standpunkt der Gesamtinteressen der palästinensischen Arbeiterschaft muß