Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- [Nachricht] / A. T.
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 97 (sequence 5)
- Language
- German
- Belongs to
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empfunden wird. Zunächst das Gebiet der Bauarbeit. Mit dem gewaltigen Anschwellen der Baubewegung, die heute wohl das Hauptarbeitsgebiet im Lande darstellt und fast 7000 Arbeiter (darunter über 5000 Mitglieder der Histadruth) beschäftigt, ist auch von neuem das Bestreben an den Tag getreten, sich, von der Vermittlung des privaten Unternehmers zu befreien und die Arbeit im Wege von Baugenossenschaften durchzuführen. Es gab eine Periode in de£ Geschichte der Histadruth (1921—1926), wo ein großer Teil der Bauarbeit im Lande direkt in ihren Händen konzentriert war. Es war dies das Werk des Solei Boneh, dieser großer Baukooperative der Histadruth, die allein über 2000 Arbeiter in 146 Gruppen beschäftigt und Bauarbeiten im Werte von ca. l1/2 Millionen Pfund ausgeführt hatte. Mit dem Zusammenbruch des Solei Boneh beginnt die Periode eines vollständigen Chaos auf diesem Arbeitsigebiet, daa mit seinen ungeordneten Arbeits- und Lohnbedingungen und mit der wilden Konkurrenz zwischen den einzelnen Unternehmern und Bauarbeitergruppen eines der schwersten Sorgenkinder der Histadruth in dein letzten Jahren blieb; Die Arbeiterräte in den einzelnen Städten versuchten es, zumeist ohne größeren Erfolg, eigene lokale Baugenossenschaften ins Leben zu rufen, der Schwerpunkt verschob sich indes auf die private Initiative. Nun kam der große Aufschwung und mit ihm entstanden neue Versuche, Baugenossenschaften ins Leben zu rufen. Heute gibt es wiederum eai. 60 splche Genossenschaften mit 500 Mitgliedern, zumeist Fachleuten, die die Bauarbeiten auf eigene Verantwortung übernehmen und den Verdienst zumeist gleichmäßig unter sich aufteilen. Nun sind solche Genossenschaften, die sich im schweren Konkurrenzkampf mit den privaten Unternehmern befinden, und soviel Aufträge als möglich zu bekommen suchen, in den meisten Fällen gezwungen, auch Nichtmitglieder als Arbeiter zumeist für niehtqualifiziierte Arbeit zu beschäftigen. Di*e Zahl dieser Arbeiter ist allerdings nicht besonders groß, sie macht einen Bruch' teil der Mitglieder der Genossenschaft aus, doch entwickeln sich daraus überaus komplizierte soziale Probleme, schon deswegen, weil der Verdienst der eigentlichen Mitglieder der Genossenschaften viel höher ist, als derjenige der nichtqualifizierten Arbeiter und auch in der letzten Zeit viel bedeutender gestiegen ist, indes die nichtqualifizierten Arbeiter an dem allgemeinen Aufschwung nur wenig partizipieren. Es wird allerdings so mancher Versuch gemacht, der sozialen Problematik dieser Erscheinung vorzubeugen. Die Lohnarbeiter werden in der Regel durch die Vermittlung der Arbeitsämter de» Histadruth und zu den durch sie festgestellten Löhnen angestellt, es wird für sie von vornherein ein gewisser Perzentsatz der Einkünfte bestimmt und dergleichen, doch ist dies alles nur wenig geeignet, das Problem als solches aus der Welt zu schaffen. Die Genossenschaft bleibt eben sozusagen ein Unternehmerverband und ihr Charakter als ein solcher tritt noch in denjenigen Fällen schärfer zum Vorschein, wo die nicht bloß die Bauarbeit ausführt, sondern noch darüber hinaus die Lieferung von Baumaterialien übernimmt. Der Versuchung, es den privaten Unternehmern nachzumachen und duorch Uebernahmö von Bauarbeiten mit Lohnarbeitern von der Konjunkturperiode zu profitieren, vermag überhaupt so mancher Facharbeiter nur schwer zu Widerstehen und es sind letztens manche Fälle zu verzeichnen, wo Mitglieder der Histadrutii in die Reihen von Unternehmern übergangen sind. Allerdings greifen die Organe der Histadruth in derartigen Fällen zumeist mit aller Strenge ein, es endet fasfl immer mit Ausschluß der betreffenden Personen aus der Organisation. Im Falle