Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- [Nachricht] / A. T.
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 96 (sequence 4)
- Language
- German
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tionen verloren, weil auch sie von den Arbeitern 'verlassen twerden. So ist der Perzentsatz von jüdischen Arbeitern im Eisenbahn- und Postdienst bis auf 11 (350 auf 3000 der Gesamtzahl) an Stelle des gesetzlich gewährleisteten Drittels gesunken. Als ein weiteres Beispiel seien die Kaliwerke am Toten Meer erwähnt, wo in den letzten Monaten ebenfalls din starker Abfluß von jüdischen Arbeitern zu bemerken ist, die es bei den schweren klimatischen Bedingungen und den ziemlich kärglichen Löhnen nicht aushalten wollen und in die Stadt ziehen. Auch hier gehen somit der jüdischen Arbeit wichtige Schlüsselpositionen verloren, deren Mangel in den weiteßen Jahren schwer fühlbar werden wird. Ist es nun die nationale Problematik, die sich hinsichtlich der Koloniearbeit sowie der Arbeit in den öffentlichen Betrieben in den Vordergrund rückt, so hat die Anhäufung von jüdischen Arbeitern in den Städten (in der Hauptsache in Tel-Aviv und Haifa, in Jerusalem ist von dieser Entwicklung nicht viel zu spüren) ganz andere Fragen aufgeworfen, die sich zum großen Teil aus der großen sozialen Konzeption der um die Histadruth organisierte jüdische Arbeiterschaft, deren Zahl inzwischen bis auf 45.000 gesjtiegen ist, ergeben. Das Zusammenleben von den vielen Tausenden jüdischen städtischen Arbeitern^ die nur in geringer Zahl Mitglieder von größeren sozialen Gemeinschaften (zumeist des Kibuz Meuchad und des Kibuz Arzi des Haschomer Hazair) sind in der Hauptsache aber bloß durch die entsprechenden Fachverbände zusammengefaßt werden, stellt bereits an und für sich ein überaus kompliziertes Problem dar, umsomehr als auch für das kulturelle Niveau dieser Arbeiterschaft gesorgt und deren ideologischer Zusammenhang mit den Histadruth gewahrt werden muß. Doch stellen sich dabei noch ganz besondere; Probleme heraus, die uns mitten hinein in das soziale Streben der Hiistadruth führen. In erster Reihe sei hier das Problem der Beschäftigung von Lohnarbeitern durch Mitglieder der Histadruth erwähnt. Es handelt sich um eines der fundamentalsten Prinzipien der jüdischen Arbeiterorganisation Palästmas, die bereits vor Jahren nach dem ersten Paragraph ihres Statutes, bloß solche Menschen als Mitglieder zugelassen hat, die von ijrrer eigenen Arbeit leben; somit implizite jedwede Beschäftigung von Lohnarbeitern durch ihre Mitglieder verpönt hat. Es war allerdings von allem Anfang an schwer, dieses Prinzip in seiner ganzen Strenge durchzuführen. Gibt es doch Fälle, sowohl in der Landwirtschaft, als auch in der Stadt (gewerbliche Piroduktivgenossensehaften, Hausgehilfinnen bei kranken oder beruflich anderswo beschäftigten Frauen vor» Mitgliedern der Histadruth), wo Hilfsarbeit für eine gewisse Zeit unentbehrlich und deren Mangel eine schwere Schädigung der Wirtschaft mit sich zu bringen geeignet ist. So gab es auch in den früheren Jahren manche Fälle von Lohnarbeit bei Mitgliedern der Histadruth, die, wenngleich nicht ohne Widerspruch seitens mancher Teile der Bewegung, toleriert wurden. Im Zusammenhang mit der wirtschaftlichen Entwicklung der letzten Zeit ist nun die Zahl dieser Fälle ziemlich bedeutend gestiegen. Der Schwerpunkt des Problems hat sich nunmehr von der Landwirtschaft in die Stadt verschoben. Läßt man die Arbeit der Hausgehilfinnen außer acht, die allerdings, insbesondere so weit ed sich um orientalische jüdische Mädchen handelt, die nicht immer entsprechend behandelt und entlohnt werden, ein Problem für sieji darstellt, so sind es in der Hauptsache zwei Gebiete, wo ein starkes Anwachsen der Zahl von Lohnarbeitern bei Mitgliedern der Histadruth verzeichnet und als ein Mißstand