Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- Die Verbesserung der Viehzucht
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 88 (sequence 3)
- Language
- German
- Belongs to
- article
- OCR quality
- 93% known words query
- IRI
…/2379786-2379916-2379919-2400141--17059-2400374- Visual Library
- page viewer of the UB Frankfurt
OCR text
zig artige Gelegenheit gegeben, erneut den Versuch zu machen, die palästinensische Viehzucht der zukünftigen schwarz-weißen Weltrinderrasse anzugleichen. Jeder dieser Siedler soll bekanntlich mindestens eine Kuh bekommen. Bei dem derzeitigen Mangel an Milchtieren in Palästina (von Fachkennern wurden mir Zahlen über diesen Mangel genannt, die zwischen 1000 und 3000 Tierert schwanken), ist in absehbarer Zedt die Beschaffung dieser Tiere in Palästina! eine Unmöglichkeit. Andererseits sollte man gerade diese jungen Siedler, die an sich schon mit ihrer eigenen Umstellung genügend zu tun haben werden, nicht als Versuchskarnickel benutzen, sondern sie, soweit dies möglich ist, vor Enttäuschungen in der Viehzucht bewahren. Es sollte deshalb folgender Versuch angestellt werden, der nur 1000 büa 1500 Pfund kostet und die Angelegenheit restlos klärt. f Es werden nach den von mir oben angegebenen Richtlinien aus einem Zuchtgebiet der schwarz-weißen Niederungsrasse, das besonders wetterharte und genügsame Tiere züchtet, 30 Jungrinder gekauft, die im ersten oder zweiten Monat tragend sind. Diese Tiere müssen spätestens im März nach Palästina importiert werden und sollen an den verschiedensten Stellen des Emek und der Scharonebene, angefangen in Baisan, über Nahalal, Chedera bis hinunter nach Ber Tuwja an bekannte^ zuverlässige Siedler abgegeben werden. Diese Siedler verpflichten sich, die Tiere sorgfältig zu pflegen und nach den ihnen: übergebenen Vorschriften zu halten. Diese Tiere werden nach sieben Monaten, also im Oktober, abkalben und bleiben bei den Besitzern als frischmilchende Tiere bis zum März des darauf folgernden Jahres. Wenn diese Tiere dieses eine Jahr, in dem sie den Geburtsakt und die Frischlactation durchgemacht haben» ohne Degenerationserscheinungen überwunden haben, dann ist bestimmt de» Beweis für die eligene Akklimationsfähigkeit auch der weiblichen Tiere erbracht. Ueber die Degenerationserscheinungen in der Nachzucht können erst die Erfahrungen einer längeren Reihe von Jahren Auskunft geben, doch lassen sicbi diese, wenn sie überhaupt eintreten sollten, durch geeignete Zuchtwahl teilweise oder ganz zum Schwinden bringen. Ich bin überzeugt, daß der Versuch positiv ausfallen wird und diese meine Ansicht deckt sich auch mit der Auffassung der berühmtesten deutschen Fachleute, mit denen ich über diesen Punkt ausführlich gesprochen habe. Zu Beginn des nächsten Jahres könnten dann sofort in einer ad hoc aft geeigneter Stelle eingerichteten Zuchtvieh Siedlung mehrere Hunderte derartiger Jungtiere herüber gebracht werden, die dauernd ergänzt, ein Reservoir darstellen würden, aus denen die nach und nach fertig gestellten Siedlungen ihr Vieh beziehen können. Ein etwa noch fehlender Rest könnte durch) Import von jungen, besonders ausgesuchten, hochtragenden Tieren ergänzt werden. Den Versuchssiedlern wird als Lohn für ihre Mühewaltung nach einem Jahre die Kuh zu einem Preis von 25 oder 30 Pfund zur Verfügung gestellt, so daß bei einem Versuch von 30 Tieren und einem etwaügen Verlust von drei Tieren €75 bis 810 Pfund zurückgezahlt werden. Da der Prelis der von mir in Aussicht genommenen Tiere frei Hafen Haifa ungefähr 60 bis 65 Pfund beträgt» werden sich die Kosten des Versuches auf rund 1300 Pfund belaufen.