Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- Nichteisenmetalle in der palästinensischen Wirtschaft
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 85 (sequence 5)
- Language
- German
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Denn Metallabfälle sind hier eben gar nicht berechnet, und ebenso wenig der Entfall ans solchen Importen, die in der eigentlichen Metallstatistik gar ,nicht in Erscheinung treten, das heißt also, etwa aus Automobilen, Motoren aller Art usw. Die ganze Frage ist aber für unsere Wirtschaft von sehr großer Bedeutung. Es ergibt sich hier nämlich folgender oirculus vitiosus: Solange keine metallverarbeitende Industrie im Lande vorhanden ist, bei der entsprechende Mengen von Abfällen aufkommen, wird sich keine Metallproduktion zweiter Schmelzung entwickeln, und zwar aus Mangel an Ausgangsmaterial. Solange aber keine Metallproduktion zweiter Schmelzung da ist, kann sich eine nennenswerte metallverarbeitende Industrie nicht entwickeln — weil sie ihre Abfälle nicht wieder verwenden kann!*) Die Durchbrechung dieses Zirkels ist eine der wichtigsten Aufgaben palästinensischer Wirtschaftspolitik. Ein Beispiel, das oben bereits angedeutet wurde: In Haifa haben sich jetzt die neugegründeten Haifa Metal Works auf die Produktion von Metallampen und einer Reihe anderer Artikel eingestellt. Bei Lampen beträgt der Abfall an Schnitt- und Drehmaterial etwa 30 o/o des Halbzeuges. Für die Kalkulation eines solchen Unternehmens ist es also wichtig, ob es seinen Fabrikationsabfall zu vernünftigen Bedingungen verkaufen kann. Diese Möglichkeit ist heute kaum gegeben. Wenn sie sich aber nicht bald entwickelt, wird das Unternehmen verhältnismäßig teuer produzieren müssen. Aber das4 Beispiel zeigt auch, welche Ansätze für eine solche Entwicklung vorhanden sind. Es ist gar keine Frage, daß eine Metallproduktion zweiter Schmelzung in Palästina sehr bald entstehen wird, wenn noch mehr Betriebe der metallverarbeitenden Industrie vorhanden sind. Entsteht sie nicht, so würde einfach' erhebliches Kapital vergeudet werden. Freilich ist in diesem Zusammenhange auch noch eine andere Frage von Bedeutung, nämlich die zollpolitische. Auf die Revisionsbedürftigkeit des palästinensischen Zolltarifes gerade in metallwirtschaftlicher Beziehung habe ich! bereits vor einiger Zeit in der Jüdischen Rundschau hingewiesen (Nr. 85 vom 24. Oktober 1933 — von uns in Nr. 12, S. 440 zitiert. — Die Red.). Ohne einen Metallzolltarif, der der Entwicklung einer palästinensischen Metallindustrie im weiteren Sinne des Wortes wirklich Rechnung trägt, wird diese Entwicklung außerordentlich erschwert werden. Die Finanzzölle, die heute auf Metalle bei der Einfuhr nach Palästina erhoben werden, Sind völlig sinnlos. E& handelt sich um die folgenden Sätze: Zollsatz Zollsatz '• Position Bezeichnung i« kS je metr. t. 8 Aluminiumwaren 30 Mü 30 pal. Pfund 34 Messing in Blechen, Barren u. Blöcken 10 „ 10 „ „ 82 Kupfer in Blechen, Barren u. Blöcken 10 „ 10 „ „ 156 Blei in Blechen und Blöcken 5 „ 5 „ „ 222 Bleirohre * „ 8 „ „ 250 Lötzinn 35 „ 35 „ „ 266 Zinn in Blöcken und Barren 35 „ 35 „ „ 310 Zink in Blöcken und Barren 5 „ 5 „ „ *) Hierbei ist es im Prinzip gleichgültig, ob sich die zweite Schmelzung auf die Herstellung von Guß-Stücken oder von Blockmetallen erstreckt.