Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- Nichteisenmetalle in der palästinensischen Wirtschaft
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 84 (sequence 4)
- Language
- German
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Barren und Blechen kommen. Auch das ist für Weltmarktverhältnisse natürlich noch eine sehr wijnzige Ziffer. Ganz ähnlich liegen die Dinge in den übrigen Sparten des Nichteisenmetallverbrauches. Ueberall sehen wir noch sehr kleine* aber doch anwachsende Einfuhr-3 das heißt Verbrauchsziffern. Schon in der eingangs zitierten Arbeit habe ich die Frage aufgeworfen, obi wir in Palästina bereits die Grundlagen für die Entwicklung einer Metallgewinnung zweiter Schmelzung hätten. Ich habe mich damals dieser Frage wesentlich in bezug auf Eisen zugewandt. Ich will jetzt einmal an Hand der Verbrauchsziffern untersuchen, wie weit derartige Möglichkeiten bereits für Nichteisenmetalle, also für Kupfer und seiine Legierungen, für Aluminium, Blei, Zink und Zinn gegeben sind. Man kann hierbei nicht in so verhältnismäßig genauer Weise die „Lebensdauer" der einzelnen Metallinvestitionen festlegen, wie dies beim Eisen und Stahl möglich ist. (Siehe Jahr 1933, S. 243 dieser Zeitschrift.) Die Investition^ arten weichen bei den Nichteisenmetallen zu stark voneinander ab. Ein Messingkühler im Automobil hat natürlich eine viel kürzere Lebensdauer als ein Messingaschenbecher, dessen Lebensdauer an sich überhaupt unbegrenzt istj, wenn sie nicht durch die Mode und ihren Wechsel ein Ende findet oder durch gewaltsame Zerstörung. Das gleiche gilt für einen Kochtopf aus Aluminium und etwa eine Menorah hieraus, wie sie jetzt in Palästina sehr hübsch hergestellt werden. Die Durchschnittszijfern für die Lebensdauer lassen sich also hier nicht geben. Wir können lediglich von gewissen Erfahrungen ausgehen;, die in anderen Ländern gemacht worden sind, die aber überall eine auch nur» sehr bedingte Geltung haben. Nach diesen Erfahrungen kann man damit rechnen, daß jährlich etwa 10 Prozent der Durchschnittsinvestition der vorangeganjgenen drei Jahre als Altmetall wieder an den Markt kommen und für eine Verarbeitung in zweiter Schmelzung frei werden. Für neue Metallabfälle gibt es aber nicht einmal eine solche Faustregel. Zum Beispiel rechnet man bei der Produktion von Metall-Lampen mit einem Abfall von etwa 30 o/o des verarbeiteten Halbzeugvolumens, also mit einem ziemlich hohen Satz, bei anderen Fabrikaten, also beispielsweise bei Aluminiumtöpfen, die aus zugeschnittenen Ronden gemacht werden, ist der Abfall kleiner etc. Nun haben wir allerdings in Palästina bisher an verarbeitenden Industrien, deren Abfall Verwendung finden könnte, bisher nur sehr wenig. Man wird diese Quelle jedenfalls nur ganz gering einschätzen können, was sich aber wahrscheinlich sehr schnell ändern wird. Heute liegen die Dinge noch so, daß wir als Quelle für Metalle zweiter Schmelzung zunächst nur die eigentlichen Altmetalle einzusetzen haben, und wenn wir dies etwa per Mitte 1933 nach der oben angegebenen Faustregel tun^ so kommen wir für Aluminium auf einen Altentfall von nur 3,5 Tonnen pro anno. Für Kupfer und Messing können wir überhaupt keine Berechnung aufstellen, weil die Mengenangabe der Fertigfabrikateeinfuhr fehlt, die gerade in, dieser Sparte eine große Rolle spielt. Bei Zink und Blei spielt die Fertigfabrikate-Einfuhr eine kleinere Rolle, wenn wir hier nur von der Einfuhr (also! dem Verbrauch) an Rohmaterialien und Halbfabrikaten ausgeben, so gelangen wir für Blei auf einen Jahresentfall von 15,4 Tonnen, für Zink von 16,7 Tonnen. Diese Ziffern sind sozusagen „trostlos", wenn man sie unter dem Gesichtspunkt der Entwicklung einer Metallproduktion zweiter Schmelzung betrachtet. Aber sie sind sicherlich viel kleiner, als das tatsächliche Gesamt-Aufkommen.