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Palästina · 1934-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1934) · p. Seite 80

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1934)
Article
Arbeiterwohnviertel
Date
1934-02-01
Page
Seite 80 (sequence 5)
Language
German
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male Miete, die der Arbeiter zahlt. In seiner Arbeit zur Vorsorge billiger Arbeitshäuser findet das Amt keine Unterstützung. Während in manchen europäischen Ländern Regierung und Gemeinden aktives Interesse an dem Bau von Arbeiterhäusern, der Errichtung von Stockwerken oder der Erteilung langfristiger Kredite bekunden, gibt es in Palästina keine solche Hilfe. Weder Boden noch Baukredite werden von öffentlichen Stellen gewährt und die Regieming läßt sogar von den Steuern nichts nach. Unglücklicherweise haben selbst die nationalen Körperschaften und Institute, die im Lande gewöhnlich jene Lasten auf sich nehmein, die anderswo vom Staate bestritten werden, wenig getan. Der KKL. hat allerdings für die Arbeitervorstädte wirksame Hilfe durch Beistellung des Bodens geleistet. Von den 1820 Familien, die in Arbeitervorstädten siedeln, hausen 1000 Familien (56o/o) auf KKL.-Boden. Dagegen hat der Keren Hajessod wenig Beistand geleistet und bloß ein unbedeutender Betrag des investierten Kapitals wurde von ihm vorgestreckt. (Der KH. hat dies nicht mangels guten Willens, sondern wegen Mangel an Mitteln getan. — Die Red.). Infolge dieser ungenügenden Hilfe seitens der offiziellen Körperschaften mußten die Arbeitersiedlungen sich zwecks Erlangung der nötigen Kredite an das Privatkapital wenden. Hier begegneten sie gleichfalls Schwierigkeiten, da Hypotheken zu niedrigen Zinseni im Lande nicht in genügendem Maße erhältlich sind und ein groteskes Mißverhältnis zwischen der erteilten Hypotheken-Kreditsumme und dem Gesamtwerte der errichteten Bauten besteht. Während der letzten zehn Jahre wurden 15 Millionen Pfund in Bauten investiert, indem von den Hypotheken-Anstalten nicht mehr als eine halbe Million, das ist etwas über 3o/o dieser Summe an Hypothekenkredit verliehen worden sind. Mangel an Hypothekenzwecken verknappt den Geldmarkt. Da genügende Summen nicht erlangt werden können» sind die Termine kurz und die verlangten Zinsen sinß. hoch. Auch werden gewöhnlich Objekte nicht zu mehr als zu 55 bis 60 o/o ihres Wertes beliehen und dies meist auf zehn Jahre, seltener auf zwanzig. Die Zinsrate schwankt von 8 bis 13o/o, zweite Hypotheken sind unbekannt. Da Hypotheken zu günstigen Bedingungen nicht leicht erhältlich sind, muß der Siedler selbst einen großen Teil des erforderlichen Kapitales beibringen. In anderen Ländern ist es gebräuchlich«, daß der Arbeitersiedler 10o/o, ausnahmsweise 15% der Gesamtkosten beizustellen hat. In Palästina sind es 40 o/o des Betrages (von 110 bis 150 Pfund). Dieses Erfordernis schließt die Mehrheit der städtischen Arbeiterschaft aus dem Kreis der Kandidaten aus. Bodenpreise. Vielleicht das größte Hindernis für die Entwicklung der Arbeiterhausprojekte ist die Bodenspekulation, welche künstlich die Preise treibt. Selbst unter gewöhnlichen Verhältnissen sind die Bodenpreise genügend hoch, aber die Spekulation verursacht, daß sie auf eine phantastische Höhe getrieben werden. Nachstehend die Ziffern der Bewegung der Bodenpreise von Monat zu Monat im Norden von Tel-Aviv von Jänner 1932 bis inklusive Juli 1933 (18 Monate;) per Dunam (1000 m2) in pal. Pfund: 1932: Jänner März August Oktober November Dezember 70 80 110 130 200 230 1933: Februar April Juli 300 400 550—700

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