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Palästina · 1934-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1934) · p. Seite 71

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1934)
Article
Zum jüdisch-arabischen Problem
Date
1934-02-01
Page
Seite 71 (sequence 7)
Language
German
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ist es einer arabischen Emanzipationsbewegung, deren Ziel die Bildung eines* großen föderativen Staates ist, viel leichter mit dem Zionismus zu einem Einverständnis zu kommen, als einer spezifisch palästinensisch -arabischen Bewegung, deren Horizont auf das palästinensisch-arabische Problem verengt ist. Auf weite Sicht ist eine mit einem autonomen Palästina verbundene arabische Föderation eine viel größere Sicherung gegenüber dem ständigen Gefahrenquell aus der Wüste, als eine noch so starke europäische imperialistische Macht. Je größer der jüdische Jischuw im Lande wird, je mehr seine wirtschaftlichen und kulturellen Potenzen eine unabhängige politische Sicherung fordern, desto klarer wird sich zeigen', daß diese Sicherung nur auf Grund einer Verbindung mit dem Volke zustande kommen kann, mit dem wir durch eine natürliche Nachbarschaft verbunden sind. Gemeinsame politische Ziele und Möglichkeiten einer aktuellen jüdischarabischen Verständigung. Man könnte also denken, da das politische Ziel der Istaklal-Bewegung mit dem politischen Endziel des Zionismus viel gemeinsame Interessen hat, sollte es doch nicht zu schwer sein, auch zu einer aktuellen Verständigung zu gelangen. Man könnte doch denken, daß man für die Hilfe bei der Durchsetzung des großen Endzieles der arabischen Unabhängigkeitsbewegung — der Bildung eines föderativen arabischen Staates —,das kleine Korrektiv eines autonomen Palästinas hinnehmen würde. Vielleicht sollten wir bei dieser Betrachtung davon absehen, daß die arabische Unabhängigkeitsbewegung in ihrer Istaklalform und auch allen anderen augenblicklichen Formen nur ein zeitweiliger Ausdruck des arabischen Nationalismus ist. Diese Bewegung wird heute zweifellos von sozial und kulturell rückständigen Schichten getragen. Sie hat bis jetzt nichts dazu getan, um dem wirtschaftlichen Elend der arbeitenden Schichten des Volkes abzuhelfen. Sie hat keine landwirtschaftlichen Schulen gegründet, keine Genossenschaften ins Leben gerufen und keine soziale Gesetzgebung durchzusetzen versucht. Zweifellos wird die heutige Form des arabischen Nationalismus durch andere Schichten und andere Führungen abgelöst werden. Das soll aber zunächst kein durchn {schlagendes Argument gegen eine Verständigung mit den heute maßgebenden Kreisen sein, da doch djiese Verständigung als Folge die Sicherung und Erweiterung der jüdischen Alija haben würde, die ihrerseits wieder den Ablösungsprozeß der führenden Schichten in der arabischen Nationalbewegung beschleunigen, und innerhalb des arabischen Volkes diejenigen Kreise zum Einfluß bringen würde, die die wahren Repräsentanten des Volkes sind. Leider ist aber das politische Leben nicht so einfach, daß man von den eben erwähnten Ausführungen über die Aehnlichkeit der Endziele der arabischen und zionistischen Bewegung auf die Möglichkeit und Brauchbarkeit einer aktuellen politischen Verständigung dieser beiden Bewegungen schließen kann. Damit eine solche Verständigung schon jetzt greifbar wird, müssen drei Voraussetzungen geschaffen werden: 1. Die Bereitschaft der arabischen Nationalisten, sich mit einem immer größer werdenden jüdischen Jischuw in Palästina abzufinden. 2. Das Bewußtsein der Araber, daß die Juden bei Verwirklichung einer arabischen Staaten-Föderation ein wichtiger Faktor sind; eine Kraft, die so hoch

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