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Palästina · 1934-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1934) · p. Seite 68

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Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1934)
Article
Zum jüdisch-arabischen Problem
Date
1934-02-01
Page
Seite 68 (sequence 4)
Language
German
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arabische Verständigung aus der politischen Enge, in die wir durch die BaKour-Deklaration hineingeraten sind, befreien könnten. Die Schwierig" keiten auf diesem Wege sind allgemein bekannt. Wir möchten die Ursachen der antizionistischen Haltung der arabischen Fühirer hier kurz skizzieren. Nicht um die Möglichkeit einer aktuellen jüdisch-arabischen Beziehung voo der Hand zu weisen, sondern nur auf dieser Grundlage den treibenden Kräften einer Verständigung nachzugehen. In dem arabischen Palästina sind noch heute die Kreise der Effendi», der mit ihnen verbundene Klerus und die von ihnen stammende) nach Regierungsstellen lechzende chauvinistische junge Generation politisch entscheidend. Die jüdische Masseneinwanderung schränkt von Tag zu Tag die politischen Aussichten dieser Kreise ein, und zwar von zwei Seiten her: einerseits, weil durch die Tatsache einer jüdischen Masseneinwanderung die von ihnen erfaßbaren Macht- und Beamtenpositionen beschränkt werden, andererseits aber dadurch, daß die jüdische Einwanderung in der arabischen Bevölkerung Palästinas eine totale wirtschaftliche und soziale Umwälzung erwirkt, als deren Folge ganz andere soziale Schichten, als die heute maßgebenden — Arbeiter, Bauern, wirtschaftstüchtiges Bürgertum — zu ökonomischer Bedeutung^ kultureller Geltung, gesellschaftlichem Bewußtsein und politischer Macht gelangen. Diese objektive Wirkung der Judeneinwanderung auf Palästina macht heute aus den führenden arabischen Kreisen Antizionisten und Judenfeinde- Aus dieser Tatsache können wir uns erklären, warum, trotz der ungeheuiren Vorteile, die die jüdische Einwanderung und der jüdische Bodenkauf gerade dem arabischen Grundbesitzer bringt, dieselben bodenverkaafenden Grundbesitzer als politische Gemeinschaft gegen den Verkauf von Boden an Juden wettern. Dieses Wettern fällt den Effendis allerdings um so leichter, weil sie ganz genau wissen, daß ihre Proteste nicht zum Verbot des jüdischen Bodenkaufes führen, dafür aber zu allerlei administrativen und gesetzmäßigen! Schikanen, die zwar den jüdischein Bodendurst nicht zu stillen vermögen, aber die Bodenpreise und die Bodenerwerbskosten direkt oder indirekt (Bestechungsgelder, fiktive Pachtverträge) höher treiben. Wir wollen aber nicht bei dieser Konstatierung jüdisch-arabischer Gegensätzlichkeit bleiben. Wir müssen uns zu untersuchen bemühen, ob wir nicht durch Unterstützung anderer Interessen und Ziele der heutigen arabischen Führer ihre bestehende Gegnerschaft zum Zionismus schwächen oder sogar überbrücken können. Welches sind die treibenden Kräfte des arabischen Palästina, und was sind ihre politischen Ziele? Wenn wir die heute führenden arabischen Kreise in Palästina näher betrachten, dann können wir, etwas schematisch gesehen, drei Richtunges unterscheidein: i. Die Schichten, die eigentlich mit der Tatsache der englischen Vorherrschaft im großen ganzen zufrieden sind und deren Kampf auf eine mäßige Autonomie herausläuft, die ihrem Bedürfnis nach mehr Beamtenstellen, nach wirtschaftlichen Privilegien und ihren ziemlich bescheidenen politischen Prestigeansprüchen mehr Rechnung trägt. Diese Kreise — wenn sie auch manchmal das große Wort der arabischen Föderation im Munde führen —, haben eigentlich vor einer Föderation, die den Einfluß des irakischen und syrischen Teil des Arabertums in Palästina stärken wird, eine ziemliche Angst

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