Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- Zum jüdisch-arabischen Problem
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 66 (sequence 2)
- Language
- German
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- Haifa 1× ep/1047930
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schwer sein, eine Garantie auch für die Tilgung einer: großen zionistischen Kolonisationsanleihe zu sichern. Nach 15 Jahren englischer Politik in Palästina kann kein Zweifel über deren Grundrichtung bestehen. Keine von den bisherigen britischen Regierungen zeigte Interesse an >einer jüdischen, das Schicksal des Landes bestimmenden, Massensiedlung in Palästina. England braucht die Juden, um die Araber nicht zu stark werden zu lassen, und um eine zusätzliche Sicherung < gegen eine arabische Bewegung zu haben, die auf die Emanzipierung des vereinigten arabischen „mittleren Orients" von englischer Herrschaft zielt. Um diese britische Funktion in Palästina zu erfüllen, genügt aber eine jüdische Alija (Einwanderung), die ein bestimmtes Proportionsverhältnis zu der arabischen Bevölkerung des Landes nicht überschreitet. Ein langsam wachsender, nie aber zu einer ausschlaggebenden Kraft werdender jüdischer Jischuw ist wohl das Idealbild der englischen Palästina~Politik. Dieser Zustand hilft ihr, die arabischen Nationalisten weitgehend im Schach zu halten, ohne dabei Gefahr zu laufen* von jüdischer Sieite aus eine selbständige, auf staatliche Autonomie hinarbeitende Kraft entstehen zu lassen. Diese Lage — einer in absoluten Zahlen wachsenden und trotzdem ständig in der Minderheit bleibenden jüdischen Gemeinschaft in Palästina — fördert eine für die Mandatarmacht wohltuende Spannung zwischen den beiden Nachbarvölkern und ermöglicht ihr eine fast unbeschränkte Herrschaft im Lande. Manche Engländer nennen diesen „.britischen Zustand" des Landes nicht ohne ein gewisses Maß von Ironie: ^,Die Bildung eines geistigen jüdischen Zentrums". Dieser Leitfaden britischer Politik 1917 bis 1933 steht in krassem Widerspruch zu unserer zionistischen Konzeption — durch die Kolonisation Palästinas die fürchterliche Judennot der Zeit zu lösen und Erez Jisrael als Heimat für Millionen von Juden zu gewinnen. Die Geschichte der englisch-zionistischen Beziehungen in den letzten 16 Jahren ist ein ununterbrochener, meistens latenter, oft aber offener Kampf zwischen den beiden Auffassungen des Palästina-Problems. In allen Fällen, in denen es mit Recht oder Unrecht schien» daß das Tempo des jüdischen Aufbaues über die ihm von England zugedachte Funktion hinauswuchs und aus Palästina ein Land von jüdischer Massensiedlung und höherer jüdischer Gesellschaftskultur machen könnte, — gebrauchte die britische Politik den arabischen Nationalismus, um die jüdische Entwicklung zu bändigen. Die Zeiten, in denen man die naive Zronisten dachten und manche weniger Naive andere zu überzeugen versuchten, daß England aus seiner Sympathie „zum Volk der Bibel" oder aus einem Gerechtigkeitsgefühl heraus, uns das nationale Heim versprochen habe, sind vorüber. Jedes Jahr palästinensischer Entwicklung hat diese Illusionen zerstört, jedes Jahr hat die Wichtigkeit Palästinas für das britische Imperium unterstrichen. Die Führung der britischen Luftlinie nach Indien durch Palästina^ der Ausbau des Haifaer Hafenst, die Legung der Oelleitungen nach Haifa, die Entdeckung von wichtigem Sprengmitte] Chemikalien am Toten Meer und die steigende strategische Bedeutung von Akabba hat auch dem Blinden gezeigt, wozu England Palästina braucht. Die britische Politik benutzt zwar die Juden, um als Steuerzahler den Bau ihrer handelspolitischen und militärisch-strategischen Stützpunkte zu fördern« Sie freut sich der jüdischen Kolonisation, die dafür bestimmte wirtschaftliche Voraussetzungen schafft. Es liegt aber nicht in ihrem Interesse, daß dieses für