Mannheim
Compact Memory

Palästina · 1934-02-01 · Heft 2-3 (Februar 1934) · p. Seite 52

Scan of the page
Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
17 (1934)
Issue
Heft 2-3 (Februar 1934)
Article
Die Frage der Einführung einer Grundsteuer in Palästina
Date
1934-02-01
Page
Seite 52 (sequence 8)
Language
German
Belongs to
article
OCR quality
94% known words query
IRI
…/2379786-2379916-2379919-2400137--17017-2400338
Visual Library
page viewer of the UB Frankfurt

No entity mentions on this page.

OCR text

Pfund, während sie in der untergaliläischen Ackerbau-Siedlung Javneel 38 pal. Pfund betragen. Die Verschiedenheit der Produktionskosten ist bei Festsetzung der Höhe der Grundsteuer von weitgehender Bedeutung. Wollte man in den Betrieben der zweiten Wirtschaftssphäre die in den Betrieben der ersten üblichen Erstehungskosten in Abzug bringen, so würde dies zu einer zu niedrigen Bemessung des zu besteuernden Reinertrages führen, die den bestehenden Verhältnissen in keiner Weise entspräche. Würde man hingegen den Betrieben der ersten Wirtschaftssphäre die Produktionskosten der zweiten zugrundelegen, so würde der Reinertrag eine Höhe aufweisen, die die tatsächlichen Erträge bei weitem überstiege. Die durch eine solche Berechnung erzielte Steigerung der Reinerträge würde aber eine unberechtigte Härte gegenüber einer Kategorie von Steuerzahlern bedeuten. Ein Ausweg wäre in der Festsetzung verschiedener Quoten für die Produktionskosten innerhalb der beiden Wirtschaftssphären und ihrer getrennten Anwendung auf jede derselben zu finden. Für die Bestimmung der Quoten müssen objektive und möglichst leicht festzustellende Merkmale gewählt werden, wie z. B. der Grad der Intensität der Bewirtschaftung, die Anwendung motorischer Kraft, Bewässerungsanlagen, Düngung, der Charakter der Gebäude und Wirtschaftsanlagen, oder schließlich die Gattung der im Betriebe erzeugten Kulturen. Durch eine verschiedenartige Berechnung der Produktionskosten könnte einerseits die Ueberlastung einer Kategorie von Steuerzahlern, andererseits aber ein Ausfall der Steuereinnahmen für die Staatskasse vermieden werden. Auch in bezug auf die durchschnittliche Ertragsfähigkeit gibt es eine bedeutende Diskrepanz zwischen den beiden Wirtschaftssphären. Infolge der wertvolleren Anlagen und besseren Bewirtschaftungsmethoden sind die Roherträge pro Dunam in den meisten jüdischen Siedlungen erheblich höher als in den arabischen, wie aus nachstehender Tabelle ersichtlich ist. Vergleich der Erträge der jüdischen und der arabischen Wirtschaft Jüdische Wirtschaft Arabische Wirtschaft Ertrag per Dunam Ertrag per Dunam Kultur kg kg Weizen 110 48 Gerste 148 63 Tafeltrauben 450 175 Mandeln 60 35 Bananen 2500 2500 Orangen 100 Kisten 70 Kisten Es sei bemerkt, daß infolge häufig eintretender Naturereignisse — wie Mäuse- und Heuschreckenplage oder Trockenheit — welche die Roherträge stark herabdrücken, sich zuverlässige Zahlen in bezug auf die Produktivität der Böden in Palästina schwer feststellen lassen. Außerdem müssen die großen Unterschiede der Bedingungen des Bodens und des Klimas in den verschiedenen Teilen des Landes berücksichtigt werden, von denen die Ertragsfähigkeit einzelner

Text as recognised by OCR (ABBYY FineReader), without corrections. Entity mentions: TagMe (2021); their positions were matched to this text again.