Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 2-3 (Februar 1934)
- Article
- Die Frage der Einführung einer Grundsteuer in Palästina
- Date
- 1934-02-01
- Page
- Seite 51 (sequence 7)
- Language
- German
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tragsfähigkeit seiner Wirtschaft durch höhere Aufwendungen für die Vorbereitung des Bodens zu steigern. Das bisher infolge der Besteuerung der Produktionskosten bestehende Hindernis für die bessere Bewirtschaftung des bäuerlichen Anwesens durch erhöhte Investitionen wird beseitigt, indem die gesteigerte Ertragsfähigkeit dem Landwirt zu größerem Teil zugute kommt als vorher. Freilich bietet diese Berechnung auch erhebliche Schwierigkeiten. Vor allem wird sie durch das Vorhandensein zweier Wirtschaftssphären wesentlich kompliziert. Diese weisen in allen Zweigen der Landwirtschaft stark von einander abweichende Produktionskosten auf, was z. B. in der verschiedenen Höhe der Löhne bei jüdischem und nichtjüdischen Arbeitern zum Ausdruck kommt. Und da im Budget landwirtschaftlicher Betriebe, auch derjenigen, die, wie die Pflanzungen, hohe Aufwendungen für Materialien beanspruchen, die menschliche Arbeit einen bedeutenden Posten bildet, kann die Diskrepanz zwischen den Produktionskosten der beiden Wirtschaftssphären mitunter sehr beträchtlich werden. Sie gilt sowohl für die Landwirtschaft, als auch für die Industrie, trifft aber insbesondere für ungelernte Arbeiter zu. So werden von amtlicher Seite die Durchschnittslöhne arabischer und jüdischer Arbeiter im Jahre 1930 in folgender Weise geschätzt. 10) Landwirtschaft Juden Araber Mils Müs Gelernte Arbeiter 250—350 150—250 Ungelernte Arbeiter 200* 80—120 Frauen 150* 50— 80 Kinder 80—100 50— 80 rie und Baugewerbe Gelernte Arbeiter 350—600 350—600 Angelernte Arbeiter 250—350 200—300 Ungelernte Arbeiter 200—300 100—150 Frauen 100—200 70—100 Kinder 50—100 50—100 Bei den Juden stellen sich die Arbeitslöhne in der Landwirtschaft für gelernte Arbeiter um 40 bis 65%, für ungelernte Arbeiter um 65 bis 150% höher als bei den Arabern. Wenn man berücksichtigt, daß im Ackerbaubetrieb die Arbeit etwa 30% und im Pflanzungsbetrieb etwa 25o/o der jährlichen Betriebsausgaben und etwa 23% der Anlagekosten der Pflanzungen ausmacht, so wird es begreiflich, daß sich die Produktionskosten der jüdischen Wirtschaft unvergleichlich höher stellen, als die der arabischen. Laut Bericht der Johnson-Crosbie-Commission belaufen sich die Erstehungskosten eines arabischen Betriebes von 100 Dunam Ackerbau auf 20 pal. 10) Blue Book 193Q, p. 346. Tatsächlich aber sind dje Unterschiede noch bedeutend größer, weil die Löhne der arabischen Arbeiter, insbesondere die der Frauen noch geringer sind. *) Minimalsätze der Gewerkschaft.