Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Article
- Das Bauen in Palästina
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 12 (sequence 5)
- Language
- German
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ergreifen wollen, die sie in ihren Heimatländern hatten. Sie finden es daher leichter und ertragreicher, ihr Geld in der Bauindustrie zu investieren. Seit das Bauen einer der Hauptzweige für Geldanlagen in Palästina geworden ist, sollte eine größere öffentliche Kontrolle ausgeübt werden^ um die bestmöglichen Ergebnisse zu gewährleisten. Es ist deshalb zu beklagen, daß wegen der hohen Geldzinssätze die undifferenzierte Nachfrage nach Wohnungen und des Fehlens einer gediegenen Bautradition seitens der künftigen Hausbesitzer^ viele der neuen Bauten mittelmäßig in Planung und Ausführung sind. Die Bauindustrie als arbeitgebender Faktor. Die Bauindustrie, außer daß sie ein rentabler Produktionszweig und ein Tätigkeitsgebiet für einwandernde Kapitalisten ist, bietet auch dem neu einwandernden Arbeitern ein Feld der Betätigung. Die Summe der Arbeitslöhne für die oben für 1933 veranschlagte Bauinvesttfion würde ca. 1,2 Mill. Pfund betragen, bei Beschäftigung von vielen Tausenden von Arbeitern. Nach den Zahlen des Zensus von 1931 finden wir, daß damals 12.064 Erwerbstätige in der Bauindustrie beschäftigt waren — ohne die Holz- und Metallarbeiter — die mit Familien insgesamt 37.232 Seelen zählten. Hiezu müssen noch die verschiedenen Handwerker gerechnet werden, die in den mit der Bauindustrie zusammenhängenden Branchen beschäftigt sind. Ueberdies waren von den 2671 Bergarbeitern 2304 in Steinbrüchen beschäftigt. Die Ziffern des Zensus zeigen, daß 26 o/o aller Industriearbeiter in der Bauindustrie beschäftigt waren, gegen 12,9o/o in Deutschland, 8,4 o/0 in Polen, 14o/0 in Oesterreich und 15,4 o/0 in Vorkriegs-Rußland. Während in Palästina auf je 85 Personen je eine in der Bauindustrie beschäftigte war, so ist die betreffende Ziffer in Polen 250, in Vorkriegs-Rußiand 320, dagegen in Deutschland 57, also noch höher als in Palästina. (Allerdings würde sich das Bild ändern, wenn nur die jüdische Bevölkerung veranschlagt werden würde. — Die Red.) Was die Beschäftigungsmöglichkeit von Einwanderern für Bauarbeiten bloß durch die Einwanderung selbst betrifft, so schafft allein die für 1933 auf 25.000 Personen geschätzte Einwanderung eine Nachfrage nach Wohnungen im Baubetrag von 1,5 Mill. Pfund, zusammen mit den entsprechenden Ausgaben für kommunale und öffentliche Bauten steigt die Ziffer auf 2,5 Mill. Pfund, wovon 750.000 Pfund Arbeitslöhne bloß aus der neuen Einwanderung entstehen. Nehmen wir den Durchschnittsverdienst eines Neulings in der Bauindustrie mit 90 Pfund per Jahr an, so entspricht diese Löhnsumme der Beschäftigung von 8000 Arbeitern (ein Drittel der Zahl der Einwanderer). Baumaterialienüidustrie. Während der gleichfalls besonders starken Bautätigkeit im Jahre 1925 ist ein großer Teil der investierten Gelder für dein Kauf von Baumaterialien im Auslande verwendet worden — ca. 900.000 Pfund. — Seither hat sich in Palästina die Baumaterialindustrie beträchtlich entwickelt. Nach dem Zensus von 1931 waren 311 Personen in der Ziegelfabrikation beschäftigt. Durch die Zunahme der Bautätigkeit seither wird sich diese Zahl stark vergrößert haben. Während der ersten vier Monate 1933 sind nicht weniger als vier neue Fabriken für die Zurichtung von Da.chVerschalungen und Balken errichtet worden. Auch die Arbeiter für den Transport der Baumaterialien müssen in Anschlag gebracht werden. Mehr als 300.000 m3 groben Sandes wurden in Tel-Aviv während der letzten 12 Monate zu Bauzwecken verwendet, und mehr als 1000