Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Article
- Der Bodenerwerb des Keren Kajemeth
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 4 (sequence 4)
- Language
- German
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hauptsächlich in Tel-Aviv am Werke; sie hat verschuldet, daß hier die Bodenpreise eine unerschwingliche, durch kein wirtschaftliches Moment zu rechtfertigende Höhe erreicht haben, und daß Hunderttausende von Pfunden unnötigerweise aus den Taschen der Juden in die der arabischen Grundbesitzer in der Umgebung von Tel-Aviv gewandert sind. Gegenwärtig treiben in die Hunderte zählende Spekulanten ihr Unwesen in Palästina und beschränken sich dabei nicht nur auf die Städte, sondern haben ihre unheilvolle Tätigkeit auch auf das Land ausgedehnt. Es können Fälle von geradezu verbrecherischer Natur verzeichnet werden, in denen Juden sich bei arabischen Grundbesitzern den Rang ablaufen und auf diese Weise die Bodenpreise um das Doppelte und Dreifache hinauftreiben. Die Preise der städtischen Grundstücke in Tel-Aviv haben bereits die phantastische Höhe von 1200 bis 2000 pal. Pfund pro Dunam erreicht. Für landwirtschaftliche Grundstücke werden — je nach der Entfernung von einer bereits bestehenden Siedlung — 10 bis 50 pal. Pfund pro Dunam bezahlt. Die Spekulation mit städtischen Grundstücken ist ein Unglück, die mit landwirtschaftlichen Böden geradezu eine nationale Katastrophe. Jeder Boden hat eine bestimmte Rentabilitätsgrenze, "deren Ueberschreitung wirtschaftlich verderblich Ist. Diese1 Grenze kann in den Städten nicht genau gezogen werden und ist letzten Endes von dem Ausmaße der Einwanderung abhängig. In der Landwirtschaft aber ist sie durch die Preise der Produkte, sei es im Lande selbst, sei es für Exportartikel auf dem Auslandsmarkte vorgeschrieben. Eine Steigerung der Preise der landwirtschaftlichen Böden nimmt den Siedlern die Möglichkeit, aus ihrer Wirtschaft ein für ihre Existenz nötiges Einkommenimnimum zu sichern. Mit allen diesen Umständen hat die Bodenpolitik des Keren Kajemeth zu rechnen. Vor allem kann der Keren Kajemeth nicht in einen Wettbewerb mit den Spekulanten eintreten und für die von ihm zu erwerbenden Böden Preise von beliebiger Höhe bewilligen. Es ist ihm untersagt, bezüglich der Bodenpreise eine gewisse Grenze zu überschreiten, weil die von ihm gezahlten Preise für die Bodenpreise im ganzen Lande gewissermaßen bestimmend sind. Es bleibt ihm daher nichts anderes übrig, als sich aus denjenigen Gegenden zurückzuziehen, in denen die Konjunktur zu einer ungeheuren Preissteigerung geführt hat. Es ist offensichtlich, daß eine solche Situation nicht lange anhalten kann und eine Krise und in deren Gefolge ein Rückgang der Preise landwirtschaftlicher Böden früher oder später unvermeidlich eintreten muß.