Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Article
- Der Bodenerwerb des Keren Kajemeth
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 3 (sequence 3)
- Language
- German
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zu ermöglichen. Trotzdem erscheinen in den letzten Jahren von der Palästina-Regierung immer wieder Verordnungen, die, unter dem Vorwand des Schutzes der Pächter erlassen, eine Verteuerung und Erschwerung des jüdischen Bodenerwerbes bedeuten. Anstatt die Bauernbevölkerung zu beruhigen, wird ein Zustand der Unruhe geschaffen. Dieser erfordert seitens der Juden besondere Maßnahmen zwecks Sicherung ihres Grundbesitzes, vor allem dadurch, daß jedes Stückchen Boden sofort unter Kultur genommen werden muß. Besonders schwer gestaltete sich unter diesen Umständen die Lage des Keren Kajemeth, weil ihm die Möglichkeit geraubt wurde, eines der grundsätzlichen Prinzipien seiner Bodenpolitik — die Schaffung von ausgedehnten Bodenreserven — zu verwirklichen. Nach diesem Prinzip sollte bekanntlich Boden gekauft werden, so lange derselbe noch zu günstigen Preisen zu haben war, um ihn für die Erfordernisse der späteren Koloriisierung in Reserve zu halten. Um diejenigen Bodenflächen, die aus dem einen oder anderen Grunde noch nicht zur Besiedlung gelangen konnten, vor Uebergriffen zu schützen, mußten sie zumindest extensiv bearbeitet werden. Sie wurden gepflügt und eingesät, was keine geringen Ausgaben verursachte. So wurden zum ^Beispiel in den zwei Jahren 1932 und 1933 vom Keren Kajemeth für diesen Zweck ca. 27.000 pal. Pfund aufgewandt, die zu einem guten Teil unproduktiv waren, da die hiefür gemachten Arbeiten lediglich nötig waren, um den Böden vor Uebergriffen zu schützen. Dies alles behindert in einem starken Maße den Bodenerwerb, verteuert ihn und verlangsamt sein Tempo. Neben diesen Schwierigkeiten, die, wie Gesetzgebung oder Politik, von außen kommen, gibt es noch solche, die durch die Juden selbst verursacht werden. Es handelt sich um eine äußerst betrübende Erscheinung, und zwar um die in den letzten Jahr,en stark betriebene Spekulation mit Grund und Boden. Zweifellos ist sie auf mehrere Ursachen zurückzuführen, vor allem durch den Umstand, daß es in Palästina wenig Boden gibt, der den Imigranten sofort zur Verfügung gestellt werden könnte. Jedes Grundstück, für das man ohne langwierige vorherige Prozedur einen Kuschan erhalten kann, oder Boden, auf dem keine arabischen Bauern oder Pächter vorhanden sind, wird von zahlreichen Reflektanten begehrt, deren gegenseitiger Wettbewerb unvermeidlich zu einer Steigerung der Preise führen muß. Neben dieser objektiven Ursache gibt es aber noch eine andere, die in keiner Weise zu rechtfertigen ist. Das ist die absichtlich und bewußt betriebene Bodenspekulation. Im Jahre 1925 war diese