Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 17 (1934)
- Issue
- Heft 1 (Januar 1934)
- Article
- Der Bodenerwerb des Keren Kajemeth
- Date
- 1934-01-01
- Page
- Seite 2 (sequence 2)
- Language
- German
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einem Ganzen zu vereinigen. Es sei auch die Kompliziertheit der Bodengesetzgebung erwähnt, die aus einem bunten Durcheinander der gesetzlichen Verfügungen der englischen Verwaltung und des noch zum größten Teil geltenden älteren ottomanischen Rechtes besteht. Erhebliche Schwierigkeiten ergeben sich aus der Beziehung der arabischen politischen Kreise zum jüdischen Bodenerwerb, wie auch aus der Haltung der Landesbehörde. Die Tendenz der arabischen Politiker geht dahin, zu beweisen, daß die Bodenkäufe der Juden zum Schaden der arabischen Bauern vor sich gehen. Die auf dem Boden befindlichen Pächter und Bauern werden durch geschickte Agitatoren veranlaßt, Uebergriffe auf den Besitz ihrer jüdischen Nachbarn zu unternehmen. In den letzten Jahren ist in Palästina geradezu ein System geschaffen worden, welches bezweckt, die Inbesitznahme der Böden und ihre Kultivierung durch die Juden zu stören. Es ist zur Unmöglichkeit geworden, jüdischen Boden unbearbeitet liegen zu lassen, denn er befindet sich stets in der Gefahr, auf unbefugte Weise okkupiert zu werden. Es gab Zeiten — dies^ Dinge ereignen sich sporadisch — daß täglich Uebergriffe auf jüdischen Boden, wie Beschädigung der Ernten, Ausrodung von Bäumen etc. vorkamen. Diese Lage wird durch die Stellungnahme der Regierung zum Bodenproblem noch besonders erschwert. Seil den Berichten verschiedener englischer Sachverständigen ist der Schutz arabischer Pächter gegen die angeblich verderblichen Folgen der jüdischen Kolonisation zu einem wichtigen Bestandteil der Politik der Mandatarmacht in Palästina geworden. Da die Voraussetzung der nachteiligen Wirkung des jüdischen Aufbaues auf die Lage der arabischen Bauernbevölkerung grundsätzlich falsch ist, erweist sich unter den gegenwärtig in Palästina obwaltenden Bedingungen der Pächterschutz als völlig überflüssig. Er führt aber zu einer Behinderung der jüdischen Arbeit, in erster Reihe zur Erschwerung des Bodenerwerbes. Die Juden haben die Bauern und Pächter, welche auf den Böden ansässig waren, die in jüdische Hände übergegangen sind, durchaus gut behandelt. Kein geringerer als Sir John Hope Simpson bezeugt in seinem für das jüdische Aufbauwerk nicht sehr wohlwollenden Bericht, daß die Juden bezüglich der Schadloshaltung der Pächter viel mehr getan haben, als sie durch das Gesetz zu tun verpflichtet waren. So wurden von ihnen, und in erster Reihe vom Keren Kajemeth, viele tausende von Pfunden ausgegeben, um eine für die Pächter möglichst schmerzlose Abwicklung des Bodenkaufes