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Palästina · 1933-12-01 · Heft 12 (Dezember 1933) · p. Seite 423

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 12 (Dezember 1933)
Article
Die Genossenschaftsbewegung und die Fellachenwirtschaft
Date
1933-12-01
Page
Seite 423 (sequence 2)
Language
German
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den Angaben der Regierungskoinmission (Johnso(n-Crosby)*) auf zwei Millionen Pfund belaufen, bestätigt diese Annahme. Auch der Vergleich mit den amerikanischen Farmern auf Grund der Zahlen, die den Anteil der Schuldenzahlu igen an allgemeinen Ausgaben der landwirtschaftlichen Farm angeben, kann als weiterer Beweis dienen, daß die Schuldenlast, die den primitivsten Bauer der Welt druckt, größer ist als jene, die den meistentwickelten Farmer belastet. Nach der Schätzung von Professor Mitehel**) in Amerika bilden die Schuldenzahlungen 5—6 o/o der Ausgaben des amerikanischen Farmers, während diese Zahlungen 37—38 0/0 der allgemeinen Ausgaben der Fellachenwirtschaft bilden. Daraus ist zu entnehmen, daß die Tatsache, daß die Zinszahlungen das Dreifache der landwirtschaftlichen Steuern in Amerika und das Zweifache in Palästina ausmachen, nicht durch die verhältnismäßig kleine Schuldenlast des palästinensischen Fellachen erklärt werden kann. Die Tatsache ist eher durch die schweren landwirtschaftlichen Steuern in Palästina zu erklären. Allerdings hat die Regierung in den letzten Jahren die Steuerlast der Fellachen erleichtert, aber es darf nicht vergessen werden, daß all die Steuernachlässe nur als Notmaßnahmen durch die Regierung verwirklicht wurden und daß praktisch die Steuerreform im Jahre 1928 für die Landwirtschaft im Lande zu einem Nachteil wurde, da die landwirtschaftlichen Preise gefallen und die Steuern konstant geblieben sind. Erst jetzt hat es sich erwiesen, daß die frühere Elastizität der Steuern unter den besonderen Bedingungen Palästinas in einer Periode der fallenden Preise vorteilhafter wäre als das neue System, das nach der Reform; angewandt wird. Der übliche Einwand, daß die landwirtschaftliche Steuerlast nicht zu schwer sein kann, da der relative Anteil der landwirtschaftlichen Steuern an den Einnahmen der Regierung gefallen ist, ist dadurch widerlegt, daß die Proporzänderung in der Zusammensetzung der Regierungseünnahmeri hauptsächlich auf Steigerung der Zölle und städtischen Steuereinnahmen zurückzuführen ist. Für den Fellachen ist aber das Verhältnis zwischen seinen Einnahmen und den Steuern von Bedeutung und der Anteil der landwirtschaftlichen Steuern an den Regierungseinnahmen ganz belanglos. Jedenfalls, welcher Meinung man auch über die landwirtschaftlichen Steuern ist, das eine ist klar, daß die Schuldenlast als das Haupthindernis für die Entwicklung der Wirtschaft des Fellachen erscheint. Sie ist auch der Hauptfaktor für die Senkung des Lebens-Standards der landwirtschaftlichen Bevölkerung Palästinas. Die landwirtschaftlichen Kooperativen, die durch die Regierung organisiert werden, haben die Aufgabe, die Lage der Fellachen durch Erleichterung der Schuldenlast zu bessern. In den Plänen der Regierung nimmt die Kredit-Kooperative den teentralen Platz ein und die diesbezüglichen Bestrebungen der Regierung kommen mit besonderer Klarheit im Bericht des Herrn Strickland***) zum Ausdruckt „Der arabische Landwirt in Palästina ist in seinem Temperament, seinem Lebens4- Standard und landwirtschaftlichen Methoden vielen moslemitischen Fellachen; ähnlich, deren Lage ich in Nordwest-Indien kennen gelernt habe----Es gibt keinen Grund, warum er nicht dasselbe Maß von Wohlstand erreichen könnte und sich die fortschrittlichen landwirtschaftlichen Methoden aneignen sollte, *) Report of Committee on the Economic Condition of Agriculturists, 1931. **) Interests Rates as Factors. In „The Busineß Cycle" by W. F. Mitchell. ***) Report by Mr. C. F. Strickland on the Possibility of Introducing a System of agricultural Cooperation in Palestine. 1930.

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