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Palästina · 1933-12-01 · Heft 12 (Dezember 1933) · p. Seite 420

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Image: UB Frankfurt, Visual Library (IIIF)
Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 12 (Dezember 1933)
Article
Die arabische Bewegung in Palästina im Jahr 1933
Date
1933-12-01
Page
Seite 420 (sequence 10)
Language
German
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zu tun. Also praktisch ist das der Weg dejs Istaklal in politischem. Kampfe obwohl auch heute für ihn das wichtigste, vor allem der Boykott gegen dijer Juden ist. Durch die Aenderung der Richtung hat Dschemal al Husejni die arabische Exekutive anfangs Oktober aus ihrem Schlummer geweckt. Weniger als die Hälfte der Mitglieder kamen zur Sitzung, in der beschlossen wurde, einen starken Kampf gegen .diel britische Regijöning zu führen und sie zu zwingen, die Einwanderung zu sperren und den Bodenverkauf an die Juden zu verbieten. Und das System des neuen Kampfes lautet: a) kein Angriff gegen die Juden; b) jede zwei Wodhen eine Demonstration in einer anderen Stadt ohne Erlaubnis zu veranstalten und einen allgemeinen Boykott im Land durcjhzufüjhren; c) die Demonstrationen müssen ruhig verlaufen und nach einem vorher kundgemachten geordneten Programm (hauptsächlich sich von den Straßen der Juden in den gemischten Städten fernzuhalten); d) die Spitze der Demonstrationen müsse gegen :die britische Regierung, die Beschützerin des Zionismus, gerichtet sein. Dieses Programm paßte allen Extremen und auch die Istaklal, die an der Sitzung nicjht teilnahm, wurde natürlich gezwungen, sich anzuschließen. Die Gemäßigten hatten die Wahl: sich mitschleppen zu lassen oder sich zu verstecken. Und da die Spitze gegen die englische Regierung gerichtet war, wurde das neue System mit Begeisterung aufgenommen, denn man muß bemerken, daß der Haß gegen die Fremdherrschaft in Asien von Jahr zu Jahr mit riesigen Seihritten vorwärtsschreitet, trotz der Uebereinkommen, welche zwischen den Regierungen des Westens und Ostens bestehen. Die Palästinaregierung sah in der neuen Richtung und in dem Beschluß, keine Erlaubnis für die Demonstrationen zu verlangen, eine Art Empörung und oifene Gesetzesverletzung. Die Regierung hatte offenbar auch Angst vor dem System, das auf lange Zeit hinaus gedacht war (eine Demonstration jede zwei Wochen) und vor der Verbreitung seiner erzieherischen Wirkung und beschloß daher,, die Demonstrationen mit Gewalt zu .unterdrücken. Die Unterdrückung der Demonstrationen in Jerusalem erfolgte ohne »Blutvergießen. Aber die Unterdrückung der Demonstrationen in Jaffa fcmd in arideren Städten kostete viele Opfer und das vergossene Blut diente als Stimulans Und als mächtiger Kitt für die arabisdhe Bewegung. Die Organisatoren der Demonstrationen sorgten auch im Vorhinein für die öffentliche Meinung in den arabischen und muselmanischen Ländern, in denen heuer eine mächtige Propaganda entwickelt wurde, mittels Emissären,. Post- und Telegraphensendungen i(es ist bis heute ein Geheimnis, wer die Mittel für diese Propaganda zur Verfügung gestellt hat, es ist lediglich klar, daß es nicht die Araber des Landes waren JL Großen Eindruck machte die mustergültige Organisation. Alle Demonstrationen erfolgten ohne Schaden für die Juden, sie waren »gut organisiert, der arabische Boykott zog sich eine Woche in den Hauptstädten des Landes!hin, die arabische Presse des Auslandes diente den Arabern ausgezeichnet, die Disziplin war bei allen Aktionen mustergültig, es wurden 2000 Pfund für die von Unruhen Betroffenen gesammelt. Man soll nicht meinen, daß die arabischen Führer geglaubt haben, sie wären in der Lage, die zionistische Aktivität zu unterbrechen und sie gänzlich! zum Stillstand zu bringen. Die Führer sind nicht so naiv. Das praktische Ziel der Organisatoren (man darf nicht vergessen, daß diese bloß die Taktik des Istaklal gewählt haben: gegen England, aber in ihrem

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