Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1933)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahr 1933
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 421 (sequence 11)
- Language
- German
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Wesen sind sie keine IstaklaJ-Leute) war, abgesehen davon, was oben erwähnt wurde, in irgend einem Maße, die zionistische Aktivität zu stören. Und es ist sehr anzunehmen, daß dieses Ziel durch sie in gewissem Maße erreicht wurde. Denn es ist die Art der Engländer, Demonstrationen zu unterdrücken und hernach die Demonstranten zu beschwichtigen. Und da die Parole der Demonstranten diesmal gegen England gerichtet war, erlaubte die Regierung, um die Schärfe dieser Parole zu schwächen, den arabischen Führern voll und ganz, Haß gegen den Zionismus zu wecken und sie erkannte diesen Haß durch Schweigen an. Aber die Angst der Araber vor einer großen jüdischen Einwanderung und die blutigen Zusammenstöße bei den Demonstrationen ermöglichen es der britischen Verwaltung, solange sie an der Verpflichtung der Errichtung eines jüdischen Nationalheims festhält, nicht, das arabische Lager, welches in politischer Beziehung aktiv ist. zu beschwichtigen. Dieses Lager ist zur Zeit im allgemeinen sehr extrem. Darum versucht die Regierung, das Lager zu spalten und die ihr besonders Nahestehenden herauszuziehen — die Bürgermeister (die muselmanisohe Opposition). Nach vorangegangenen geheimen Verhandlungen erschienen auf der Bühne die Bürgermeister, überreichten dem Oberkommissär ein Memorandum und richteten gehässige schwere und unbegründete Angriffe gegen das jüdische Werk. Als Antwort darauf versprach ihnen der Oberkommissär, die jüdische Einwanderung zu bremsen durch Unterdrückung der Touristenbewegung, Vertreibung der Touristen aus dem Lande und Berücksichtigung des Arbeitsmangels innerhalb der Araber (im Gegensatz zum Mac Donald-Brief) im Zeitpunkte der Erteilung von Zertifikaten an die jüdischen Arbeiter. Es wurde auch ein verklausuliertes Versprechen betreffs eines gesetzgebenden Rates gegeben. Nach der Antwort, weiche die Verpflichtung des Nationalheimes und das Aufblühen des Landes, welches eine Folge dieser Verpflichtung ist, außer Acht ließ, sprachen die Bürgermeister der britischen Gerechtigkeit den Dank aus und Treue und Freundschaft der britischen Herrschaft. All diese Dinge, wurden offiziell.stilisiert und in der Presse verbreitet. Die Beschränkungen 'gegen die Touristen waren noch vor den Demonstrationen vorbereitet, unter dem Druck der arabischen Führer gegen die Einwanderung und vielleicht auch nach dem Willen Englands, das Tempo der Errichtung des nationalen Heimes zu verlangsamen. Aber die offizielle Kundgebung erfolgte in Gegenwart der arabischen Bürgermeister und in der Form einer Beschwichtigung der Führer. Und diese Inszenierung erweckte großen Aerger im extremen arabischen Lager, denn er zerstört die neue Richtung gegen England. Die Extremen verlangen die Fortsetzung der Demonstrationen und des Kampfes, aber es ist anzunehmen, daß die Anstrengungen, welche bei diesen zwei Demonstrationen gemacht wurden, und bei dem andauernden Boykott die arabische Gesellschaft ermüdet und erschreckt haben. Statt eine Demonstration in zwei Wochen zu veranstalten, beschloß die arabische Exekutive in ihrer letzten, stark besuchten Sitzung, Demonstrationen und einen allgemeinen Boykott am muselmanischen Feste nach zwei Monaten (16. Jänner)^ und man nimmt an. daß sie diesmal von der Regierung die Erlaubnis verlangen und er-halten wird. Ueber die praktischen Wirkungen der letzten Ereignisse wird man erst in Zukunft sprechen können. Vorläufig sind die Araber durch die energische Haltung der Regierung und ihre Beschwichtigungen verwirrt.