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Palästina · 1933-12-01 · Heft 12 (Dezember 1933) · p. Seite 419

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Journal
Palästina
Volume
16 (1933)
Issue
Heft 12 (Dezember 1933)
Article
Die arabische Bewegung in Palästina im Jahr 1933
Date
1933-12-01
Page
Seite 419 (sequence 9)
Language
German
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Die zwei politischen Gruppen, welche bis unlängst das Ruder der Bewegung geführt hatten, die Mufti-Partei und muselmanische Opposition, sind probritisch. Die Führer dieser Bewegung sind durch geheime politische Verträge mit der britischen Macht verbunden und offiziell Beamte dieser Regierung, wiewohl sie ein großes Maß von politischer Freiheit haben: Alles, mit Ausnahme eines Angriffes auf England tun zu dürfen. Die Mufti- Partei hat auch Freunde in England, die in der n&tiolnajen Liga organisiert sind. Natürlich gibt es auch im Lande heute noch unter den hohen politischen Beamten aktive. Förderer der arabischen Bewegung gegen den Zionismus. Und siehe, in dem Maße, als die Istaklal-Partei und die Organisation der Jungen, die praktisch der Istaklal-Partei angehört, sich entwickelte, wurde die muselmanische Opposition immer bedeutungsloser, d. I. die Partei der Bürgermeister, die als extrem pro-britisch bekannt waren. Aber auch die Mufti-Partei, aus deren Mitte die Häupter der Istaklal hervorgingen^ empfand die Gefahr, die ihrer Existenz droht. Die extreme Jugend bildet schon heute einen bedeutenden quantitativen Teil der arabisqhen Gesellschaft, aber noch mehr einen qualitativen und aktiven. Daher muß jede politische Körperschaft, die bestehen will, mit diesem Faktor rechnen. Die Istaklal-Partei richtete auch alle ihre Pfeile gegen die Mufti-Partei, die ihr geistig nahe steht. Der Mufti, der praktische Politik machen muß, wird immer mehr gezwungen, seine istaklalischen Sympathien zu verstecken, aber die Istaklal-Partei muß, wenn sie leben und sich entwickeln will, den opportunistischen Mufti angreifen. Dazu kommt noch ein persönliches Moment: Der Führer des Istaklal, Auni Abd al Hadi, der im Vergleich zum Mufti glänzende Fähigkeiten besitzt, will die Stelle des ersten Führers im Lande inne haben, die jetzt der Mufti besitzt. Daher der scharfe Kampf zwischen diesen beiden Kräften. Die Istaklal-Leute nehmen keinen Anteil mehr an den Sitzungen der arabischen Exekutive, weil der Mufti dort die Mehrheit hat. Und in dem Maße, wie der Zionismus im Lande stärker wird, hat der Istaklal Raum, den Mufti anzugreifen, denn seine englischen Bundesgenossen sind es, die nach Ansicht des Istaklal den Zionismus fördern und das Schweigen des Mufti bedeute Anerkennung der Handlungsweise der Engländer. Die gegenwärtige Lage, die objektive und subjektive, ist es, welche Dschemal al Husejni, den Organisator der Mufti-Partei (der Mufti ist erst diesen Monat von einer langen Agitationsreihe in Asien zurückgekehrt) veranlaßt, eine Bewegung im Lande zu entfachen, welche nebenher wieder den Wert seiner Partei in iden Augen des Volkes heben soll. Zwar ist es bekannt, daß er der Außenminister des Mufti ist, der den Verkehr zwischen Mufti und seinen englischen Freunden in London und anderwärts herstellt (Dschemal besitzt englische Bildung). Er selbst ist kein Mitglied des Istaklal und wünscht einen Ausgleich mit England. Im Laufe der Jahre war er es, der den Standpunkt vertrat, daß zuerst der Kampf gegen den Zionismus geführt werden müsse, und erst nach der Besiegung des Zionismus werde die Zeit des Kampfes gegen England kommen. Aber der Mißerfolg des Weißbuches von Paßfield, das Ueberhan<lnehmen des Zionismus, der Auszug der Juden aus Deutschland und die Gefahr seitens des Istaklal haben Dschemal al Husejni eine neue Taktik aufgezwungen. Er sagt ungefähr jefltzt so: Mit ganzem Herzen wünschen wir einen Frieden mit England, laber England wendet uns den Rücken und geht mit den Juden. Darum müssen wir gegen England kämpfen und es zwingen, Buße

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