Palästina
- Journal
- Palästina
- Volume
- 16 (1933)
- Issue
- Heft 12 (Dezember 1933)
- Article
- Die arabische Bewegung in Palästina im Jahr 1933
- Date
- 1933-12-01
- Page
- Seite 417 (sequence 7)
- Language
- German
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welches im zionistischen Problem enthalten ist, zu begreifen. Dieses Verständnis erlangte seine Reife mit der Erlangung der Herrschaft durch Hitler in Deutschland und ihren Wirkungen für die Juden. Wir können ohne: Uebertreibung sagen, daß eben so stark Wie die Wirkung dieses Ereignisses auf die Juden und die ganze Welt, war sie auch auf die Führer der arabischen Bewegung im Lande. Auch für sie war das nicht eine Neuerung, sondern der Höhepunkt der Judennot und ihlre Verkörperung in einer Form, die die ganze jüdische Welt und einen Teil der nichtjüdischen erschütterte. Und die Reaktion auf diese Tat — das Uel>er3iajidneh!men der Bestrebungen für Palästina innerhalb der Juden, und der Wille der Staaten, welche vor einer Masseneinwa'nderung deutscher Juden in iihre Länder Angst hatten, den Strom der Auswanderer nach Palästina zu lenken — hat die Araber erschreckt. Sie nehmen jedes Wort auf, das im Auslande über die Ansiedlung deutscher Juden in Palästina gesagt wurde und folgerten daraus, daß die Juden mit Hilfe der interessierten Staaten beschlossen haben, hunderttausende Juden aus Deutschland in nächster Zeit nach Palästina zu überführen. Die ersehreckte Phantasie der Araber wird noch genährt durch die Ueberhandnahme der Ali j ah im letzten Jahre, die die Zahl von 30.000 erreichte. Alle Reden und Berechnungen über die Notwendigkeit, daß die Juden im Lande für immer eine Minderheit bleiben müssen, wurden sozusagen auf empirische Weise Lügen gestraft. Es wurde den Arabern klar, daß, wenin der Einwanderungsstrom von Menschen und Kapital so fortgesetzt wird;, die Zahll der Juden der Zahl defr; Araber im Laufe eines halben Geschlechtes gleich werden und das nationale Heim aufhören wird, ein Experiment zu sein. D-önn inzwischen wurden auch die arabischen Führer genötigt}, von ihrem früheren System abzukommen, nämlich von der Behauptung, daß im Zusammenhange mit der jüdischen Einwanderung im Lande keine Erleichterung zu spüren sei. Sie sehen und geben sie zu, aber sie behaupten, dies sei ja das größte Unglück für die arabische Zukunft im Lande. Die wirtschaftliche Entspannung vergrößert die Aufnahmefähigkeit des Landes von Jahr zu Jahr. Die Bevölkerung hat fast nicht gespürt,, daß in ihrer Mitte neue 30.000 Menschten Platz gefunden haben, und diejenigen^ die heuer gekommen waren, haben neue Möglichkeiten geschaffen, für eine noch größere Anzahl für die nächsten Jahre. Die wirtschaftliche Besserung bietet auch den Arabern in hohem Maße Vorteile und darum schwächte sie — nach der Meinung der Führer — die Kraft ihrer nationalen Opposition. Die arabische Propaganda gegen den Verkauf von Böden an die Juden erschwert zwar die Verkaufsprozedur;, aber sie hebt sie nicht auf. Denn die Bodenjpajefee werden in einem Maße in djie Höhe getrieben, daß sie ihren Besitzer bereichern, ihnen die Pflanzung von Pardessim ermöglichen, wie .die Intensivierung ihrer Wirtschaft, den Bau von profitbringenden Häusern u. dgl. Darum kann man sich nicht über den großen Eindruck wundern, welchen die Behandlung der Frage der deutschen Flüchtlinge in Genf auf die Araber des Landes gemacht hiat. Die große WTelt berät darüber, was man mit den jüdischen landlosen Wanderern beginnen solle, während hier in Palästina der jüdische Jischuw sich befestigt und diesen Juden zuruft^, sie sollen in die sich erneuernde Heimat kommen! Die letzten Sommermonate zeichneten sich durch eine seihr verstärkte Einwanderung aus, bei den Arabern des Landes wurden Gerüchte kolportiert über Tausende, die woch!- wöchentlich' ins Land einströmen. Die extremen Elemente der Organisation der